Mary Poppins at school hatte beobachtet, wie die Kinder beginnen, ihre Lesestunde zu lieben, über alles zu lieben.
Ihre Augen wanderten von Kind zu Kind, und sie war tief beglückt, ihnen zuzusehen, wie rasch sie sich in ihr Büchlein vertieften, das sie sich aus ihrer „Klassenbibliothek“ geholt hatten.
Ihr war bewusst dabei, wie gern Kinder es sich gemütlich machen beim Lesen.

Leider war im Klassenraum nicht viel Platz für ein Sofa oder ein, zwei Sessel und sie überlegte…“Vielleicht bekommen wir bald einen Teppich – wer weiss?“

Ende März – bevor der Frühling das Klassenzimmer mit seinen ersten warmen Sonnenstrahlen verwöhnte – schlug sie ihren Schülern vor, ihre Jacken zu holen und es sich dort gemütlich zu machen, wo es sie besonders hinzieht. Natürlich waren die Plätze vor der Heizung besonders gefragt.

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Aber, ach, von unseren drei Heizkörpern waren jeweils nur zwei oben warm, im unteren Bereich waren sie recht kühl. Mmh, was nun? Vor dem mittleren Heizkörper  – dem einzigen, der durchgehend oben und unten Wärme spendete – hatten zwei Jungs der Drittklässler ein Lesetrainings-Lager aufgemacht, während die Mädchen es sich am Heizkörper links und rechts daneben gemütlich gemacht hatten. Doch nun wollten alle an die warmen Heizungsplätze, also… wurde zusammengerutscht!
Da wärmte einem der Anblick bereitwillig zur Seite rutschender Schüler das Herz. (Mittlerweile hatten sich noch weitere Drittklässler zu ihren Freunden hinzugesellt.)Wie sie alle miteinander kuschelten, links die Wärme genießend von der besten Freundin, rechts ein entspanntes Miteinander mit einem Mitschüler, den man so nah noch gar nicht kannte. Ein schönes Bild ergab das.

Am nächsten Tag bat ich die Kinder, von zuhause ein Kissen mitzubringen, damit wir es uns nun richtig gemütlich machen können zur Lesestunde, Winter hin – Frühling her. Daraus wurde ein lustiges „Oh, was für ein schönes Kissen!“ oder „He, dein Kissen sieht ja süss aus!“, und alle gerieten ins Lesekissenfieber. Ich führte eine Liste über die Kissen, damit alle Kinder auf ein solches Kissen zurückgreifen können, wenn ihnen danach zumute ist – auch die Kinder, die keines von zuhause mitbringen können.

Mary Poppins at school bat einfach andere Kinder, ein zweites oder ein drittes von zuhause mitzubringen, sofern vorhanden.
Das klappte!
Was für hübsche Kissen inzwischen unseren Raum bewohnen! So wurde es immer, immer gemütlicher bei uns.

Meinen Schülern Freiarbeitsstunden einzurichten, bedeutet jedes Mal für mich, in den Genuss einer bewundernswert ausbalancierten Klassengemeinschaft zu kommen. Auch über diese Freiarbeit sind die Kinder äußerst beglückt.
Neulich freuten sich alle bereits in der 4. Stunde auf die 6. Stunde („Freiarbeit“) und waren am Überlegen, welcher Aufgabe man sich in der 6. Stunde widmen könne. Wir hatten genügend Ideen zusammen getragen, was sie während einer Freiarbeitsstunde machen können… allein… zu zweit… zu dritt… oder in Kleingruppen, alles ist erlaubt.

Freiarbeit steht im Moment ganz hoch im Kurs bei ihnen – ist das ein Wunder?
Mary Poppins at school liebt ihre Freiheit über alles, und sie ist es gewohnt, ihre eigenen Wege zu gehen… immer dort entlang, wo es sich gut anfühlt! Auch ihre Schüler geniessen ein solches Wohlgefühl, das jeder von uns imstande ist, zu generieren, während er sich fortwährend von seiner Quelle leiten lässt.
Mary Poppins at school beobachtet nun, dass ihre Schüler jedes Mal (!) Freudenjauchzer ausstoßen bei sämtlichen Unterrichtsinhalten, die sie präsentiert, kein Gejammer oder Gestöhne mehr („Öh, nicht schon wieder!“, „Neiiin, ich hasse Mathe!“), nichts, niente. Das ist toll (!) und Mary Poppins at school ertappt sich immer öfter dabei, wie ihr durch den Sinn geht…

Diese Klasse ist ein Lottogewinn! Sie ist wie ein 6 `er im Lotto!

Juchu!!!!