Dienstags in der 5. Stunde gehe ich seit acht Wochen zu den Dinos, hier sind nur die 2. und 3. Klässler mit insgesamt 15 Kindern (im Alter von sieben und acht Jahren), während die 1.Klässler schon zum Essen fort sind – alle hier anwesenden Kinder haben in der 6. Stunde Frühenglisch.

In der Gruppe befinden sich Alister und Jonathan, sie sind Zweitklässler im Alter von sieben Jahren. Bevor ich 1x pro Woche zur Vertretung in diese Klasse geschickt wurde, weil die Klassenlehrerin für längere Zeit erkrankt ist, war ich auch schon in die Klasse gegangen, um hin und wieder dort zu unterrichten – alle Schüler.

Zwei von ihnen – Jonathan und Alister – waren in einem bedenklichen Zustand. Sie wirkten verwirrt… desorganisiert… und konfus und völlig fahrig auf mich, besonders der kleine Jonathan. Beide waren kaum zu unterrichten, ihnen fehlte jede Basis für einen aufbauenden Schulbesuch, der ihnen die Perspektive auf Erfolg hätte geben können.
Ich merkte sogleich, dass die zwei Hilfe brauchen, und zwar auf der Stelle.

Jonathan war völlig verdreht in sich (so kam es mir vor), und er erzählte häufiger von wohl übermächtigen Ängsten; er litt sehr darunter, diese nicht kontrollieren zu können und wirkte in jeder Unterrichststunde zerfahren, in hohem Maße unkonzentriert und nicht in der Lage, sich einer einzigen, noch so leichten Aufgabe zuzuwenden und diese zu lösen. Hinzu kam, dass Jonathan sich durch jede Kleinigkeit ablenken ließ. Er hatte bis dato keine Lernhaltung entwickelt, die ihm geholfen hätte, seine Beeinträchtigungen zu überwinden bzw. mit diesen zurecht zu kommen.
Auch Alister erlebte ich ähnlich furchtsam, konfus und verworren; er schien unter vergleichbaren Ängsten zu leiden wie Jonathan, ich hinterfragte das nie. Mir war bewusst, dass wir das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, durch unseren Fokus nur verstärken. So nahm ich ihn fort von den Störungen und Qualen, unter denen die beiden Jungs offensichtlich litten. Längst hatten diese zu Verhaltensauffälligkeiten geführt, die es den zwei unmöglich machten, den Anforderungen des Unterrichts zu entsprechen und sie hatten schon vor längerem den Anschluss an das Unterrichtsgeschehen verloren.

Jedes Kind ist darauf angewiesen, sich von Anfang an in der Grundschule basale Lerntechniken anzueignen, um im Anfangsunterricht wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu reüssieren, doch die beiden Jungs waren komplett herausgefallen aus der ansprechenden, gut funktionierenden Lernumgebung, die ihre Klasse ihnen bot.

Sie schienen ohne Halt.
Dieser musste dringend herbei, wenn Schule ihnen nicht das Gefühl geben sollte, völlig zu versagen.
Vielleicht hatten gerade die beiden eine besondere Bindung zu ihrer Klassenlehrerin aufgebaut und brauchten diese besonders in Zeiten, in denen das Lernen ihnen etwas schwerer fiel als sonst? Doch nun waren sie durch das längere Fehlen ihrer Klassenlehrerin völlig auf sich selbst zurückgeworfen…

Das Chaos in ihrem Inneren nahm immer noch zu, was sich bei beiden auf unterschiedliche Weise ausdrückte. Jonathan hatte alle Segel gestrichen und er regredierte, hin zum Verhalten eines Kleinkindes. Regression bedeutete ihm, dass er einen überaus starken Abwehrmechanismus entwickelte, um seine Ängste zu bewältigen. Häufig verneinte er jegliche Ansprache an ihn. Schon seine Körpersprache verwies auf ein “Nein!”, er duckte sich, machte sich kleiner und wich zurück vor einem, bevor sein deutliches “Nein!” hörbar wurde.
Er verband dies mit einem Rückzug auf eine frühere Persönlichkeits – Entwicklungsstufe und suchte so nach psychischem Gleichgewicht, wobei er schwer zu steuernde Reaktionen wie Trotz, Eigensinnigkeit, usf. zeigte. Jonathan witterte überall Unheil und sah oft das Böse voraus. Damit versetzte er auch andere Kinder in der Klasse in Angst und Schrecken (die, die nicht ganz so gefestigt waren aufgrund ihrer instabilen, niedrigen Schwingung) und Jonathan spiegelte sich schließlich in ihnen wieder. Ein Teufelskreis, aus dem er nicht herauskommen konnte mit eigener Kraft, und der ihm größten Lernrückstand bescherte. Jonathan drohte ganz abzudriften.

Alister hingegen war offener mir gegenüber. Wir hatten zwischendurch unmittelbaren Kontakt zueinander und er spürte, dass ich ihm Hilfsangebote machte, die er für sich nutzen konnte. Einmal erzählte Alister, er brauche nun eine Brille und Tage später sehe ich ihn in der Klasse mit Brille sitzen.

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Er wirkte sehr zögerlich, man kann sagen, aufs Neue extrem verunsichert, doch immerhin – Alister war mit seiner Brille erschienen. Es war ihm anzumerken, dass es ihn viel Überwindung kostete, seine Brille auch zu tragen, und er saß ziemlich beklommen da. Seine Mitschüler machten zudem einige unangebrachte Bemerkungen, dass diese Brille… Hier sprang ich ein und redete mit den Kindern über Alisters Brille. Ich machte ihnen deutlich, dass die Brille wichtig für ihn wäre und kein Grund für ihre Hänseleien wäre. Ich wollte Alister unterstützen beim Tragen seiner Brille, hatte er doch extra eine bekommen… Wenn Kinder ihre Brille nicht aufzusetzen wagen, weil sie Spott oder Hohn fürchten, gehe ich in die Offensive. Ich mach ihnen Komplimente zu ihrer oft witzigen oder in hübschen Farben gehaltenen Brille und ich sage ihnen, wie gut sie ihnen steht. Dann frage ich sie, ob sie sie allein ausgesucht hätten oder mit Mama oder Papa oder… Kinder reagieren immer dankbar auf meine Fürsprache, so auch Alister. Er war ausgesprochen froh und erleichtert darüber, dass eine Lehrerin etwas Freudiges über seine neue Brille sagte und wirkte danach erheblich ruhiger.

Mein Eingreifen zeigte Wirkung. Ich sah Alister Tage später auf dem Schulflur  – mit Brille – herum laufen und er machte einen ausgeglichenen Eindruck. Ich sprach kurz mit ihm in einer anderen Angelegenheit und machte noch einmal eine Bemerkung zu seiner Brille: “Na, deine Brille sieht aber wirklich flott aus, und sie steht dir auch so gut!” Das war wirklich der Fall, denn Alister sah nun  aus wie ein kleiner Professor, noch dazu ein ganz, ganz seriöser!

Als die Sache mit Jonathan immer mehr in den Vordergrund rückte (er brauchte dringend kurzfristig Hilfe, die ihm zeitnah und kontinuierlich, also verlässlich, den Rücken stärkte beim Lernen) und mein Einsatz in der Klasse regelmäßiger wurde, ergriff ich sofort für die zwei eine Maßnahme, die nach ca. acht Wochen wunderschöne Erfolge für beide erbrachte.
Wir haben sie heute gefeiert.

Zunächst ging ich heute wie gewohnt in die Klasse und hielt meine V-Stunde dort ab…

Ich hatte den Kindern einmal versprochen, dass wir zu Beginn jeder V-Stunde ein Spiel spielen können.
Kham fragte sogleich als ich herein kam, ob wir mit einem Spiel die Stunde beginnen können. Ich bejahte und fragte Kham, ob er für sein vorgeschlagenes Spiel – „Schlangenspiel“ – der Spielleiter sein wolle.
Er schüttelte den Kopf. Bereits an dieser Stelle wunderte ich mich über sein „Nein“, da jedes auf diese Weise befragte Kind von Herzen gern die Rolle des Spielleiters übernimmt.
Kham hatte etwas anderes vor an diesem Tag. Diesmal sollten die fabelhaften Ergebnisse seiner Zusammenarbeit mit Jonathan im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Stunde stehen. Es waren sechs Wochen vergangen, in denen er während meines Unterrichts – und darüber hinaus? – Jonathan eng mit Rat und Tat zur Seite stand…

Auf meine Bitte, einen anderen Schüler auszusuchen, wählte er Jonathan.

Ich hielt den Atem an. Mir stockte der Atem…! Zu Anfang unserer Zusammenarbeit hätte ich dies nicht zugelassen. Jonathan als Spielführer… no way.
Ich meine, wir hatten das einmal erlebt, und Jonathan scheiterte kläglich. Er stammelte wenige Worte, suchte nach Orientierung, hielt die Spielregeln nicht ein, kurz: Jonathan war nicht in der Lage, die Aufgabe des Spielleiters zu übernehmen, zu sehr fielen seine Defizite an dieser Stelle ins Gewicht.
Ich dachte daran, ihm später vielleicht einmal diese Rolle zu geben, doch nicht jetzt.

Nun war es Kham, der Jonathan dran nahm beim Schlangenspiel! Ich ließ sie gewähren. Ich bin immer für Überraschungen zu haben, diesmal haben die zwei mich vollständig überrascht!
Es ging also los, Jonathan zählte alle anwesenden Kinder ab: „1 – 2 – 1 – 2 – 1 – 2…“  usf. Jonathan wirkte erstaunlich gut organisiert! Was war passiert??
Er stellte sich danach vor die Klasse, überlegte kurz, was als nächstes dran wäre, und hob dann seine linke Hand mit einem gespreizten, und seine rechte Hand mit zwei gespreizten Fingern. Dies war das Zeichen für alle Schüler, sich je nach Nummernverteilung in der 1-er Reihe oder der 2-er Reihe hintereinander vor Jonathan aufzustellen.

Ich half später Jonathan etwas, doch den meisten Teil hatte er sehr gut selbst gemeistert!
Alle Kinder waren während des Spiels und mit seinen Entscheidungen, die er traf (beide Kinder aus den Reihen, die vor ihm standen, bekamen von ihm eine Aufgabe gestellt wie z.B. Welche Farbe haben eure Augen? oder 2×3 = ? und sie traten gegeneinander an… wer sie zuerst lösen konnte, durfte nach hinten in die Reihe, der andere setzte sich hin; wir spielten so lange, bis nur ein Kind übrig war, also  die 1- er oder 2- er Reihe gewonnen hatte…) stets einverstanden. Wow! Es gab kein Gemecker, keine Diskussionen, keinen Aufstand der Schüler über ungerechte Entscheidungen, an keiner Stelle.
Jonathan, das hast du super hinbekommen! Ich gratuliere dir von ganzem Herzen!!

Nun, es blieb Kham übrig zum Schluss und als er sich setzte, riefen ihm Darian, Bertrand und Leopold plötzlich zu: “Jetzt kann ich dich nicht mehr leiden!” “Ja, ich auch, ich kann dich nicht mehr leiden!” usf. Huch, was war das?

Ich sprach mit den Kindern, Kham war das sichtlich unangenehm. „Naja, ist denen nur rausgerutscht, sie sind  trotzdem meine Freunde.” Ich entgegnete ihm: „Hmm, was sind das für Freunde, die so etwas zu einem sagen? Sind das wirklich Freunde?“
Kham wollte seine Freunde nicht verlieren, das war ihm anzumerken. Ich wollte sie ihm auch nicht nehmen, um Gottes willen, doch wollte ich das nicht einfach übergehen. Kham zuckte immer noch mit den Schultern und er schien getroffen vom Neid seiner Freunde. Ich ging etwas mehr in die Offensive und fragte ihn: „Was fühlt sich besser an, wenn Freunde sich mit einem freuen über den Sieg und sagen, Oh wow, super, Kham!!  oder wenn sie sagen… Jetzt finde ich dich aber nicht mehr so toll!“
Nun antwortete Kham: „Wenn sie sich mit mir freuen.“ Er hatte seine Gefühle ein wenig sortieren müssen, und nun hörte sich  seine Antwort zerknirscht an… Wenn sie sich mit einem freuen!
Kham war einfach bestürzt über die Reaktion seiner Freunde.
Während ich das nun alles aufschreibe, kommt mir in den Sinn… ob Kham sich einfach weiter entwickelt hatte? Ob er einfach einen mächtigen Shift gemacht hatte?
Ob er seine Schwingung so sehr hinaufgebracht hatte in der Zeit, die er so umsichtig und voller Zuneigung und beständiger Aufmerksamkeit mit Jonathan verbracht hatte?

Kham war von Anfang an ein In-sich-ruhender Schüler, aufmerksam und ausgeglichen. Ihm war zuzutrauen, dass seine Unterstützung für seinen Sitznachbar Jonathan ihm so viel Stolz und Freude geschenkt hatte, dass er diesen mächtigen Shift machte in den letzten Wochen. Man kann sagen, er war tatsächlich über sich hinausgewachsen. Seine Freunde machten das deutlich, indem sie bemängelten, was er gerade erfahren hatte. Sie neideten ihm wohl seine Stärke und die Furore, die er zunehmend in der Klasse erfährt.
Kham wirkte bei all dem immer noch total bescheiden, er machte wirklich kein Aufsehen aus dem Erfolg, zu dem er Jonathan verholfen hatte, das machte ihn noch viel liebenswerter aus meiner Sicht.
Kham hatte den Shift gemacht und wurde darum beneidet von seinen Freunden.
Mary Poppins at school erlebt(e) immer wieder, wie es ist, voranzuschreiten im Leben, sich auszudehnen und sich zu entwickeln, und die Reaktionen der anderen sind ihr nicht fremd auf ihren Wandel. Sie sieht Khams Entwicklung ähnlich.

Wir sind Schwingungswesen – also Wesen, welche von Energie erfüllt sind, Energie, die niemals verschwindet.
Wir sind Wesen, die so sehr über unsere Schwingung miteinander kommunizieren, dass es uns oft gar nicht klar ist, wie das funktionieren soll.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus… Genau dieser Schall ist es, der Informationen überträgt, welche allzu oft nicht wahrgenommen werden von uns, zu sehr folgen wir einem `Rauschen`, welches alles andere übertönt.
Gelingt es, sich einzuklinken in den Strom von Energien, die uns immer zur Verfügung stehen, in den Strom von Wohlbefinden und Lebenskraft, so erfahren wir mehr Vitalität, Elan und Schwung, und wir heben unsere Schwingung an.

Mary Poppins at school betrachtet das gesamte Geschehen in dieser Klasse zum ersten Mal aus dieser Perspektive. Einzelheiten vom Prozess der Schwingungserhöhung sind ihr schon länger bekannt, doch wie sich das Ganze z.B. in einer Schulklasse abzeichnen kann, war ihr neu. Wie aufregend!
…Ich habe den Eindruck, immer vertrauter zu werden mit den Gesetzen des Universum, doch vor allem mit den Gesetzen des Kosmos, die bei näherem Betrachten ein wunderschönes Leben ermöglichen als Schöpfer unseres Lebens.

Was wäre, wenn ich beim nächsten Mal die Anmerkungen der paar Schüler nicht weiter beachte, weil mir bewusst ist, dass Khan ein perfekter Schöpfer seines Lebens ist und genau die Freunde in sein Leben zieht, die er sich wünscht und die zu ihm passen… ?

Was wäre, wenn er sich von seiner inneren Führung zu den Kindern leiten lässt, die es nicht erwarten können, von nun an mit ihm befreundet zu sein?
Unser inneres Wesen führt und leitet uns durch unser Leben, es begleitet uns auf allen Wegen. Es weicht nie von uns, es hüllt uns in inneren  Frieden und in Wohlbefinden. Wir können uns von ihm begleiten lassen, indem wir nach dem Schönen, Freudvollen und Beglückenden in unserem Leben Ausschau halten.
Unser liebevoller Partner… die wundervollen Blumen im Park… das Streicheln einer Katze.

Die Freundesbande, die Kham mit seinen Kumpeln geknüpft hat, kann auch bestehen bleiben. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Kham sie – trotz ihrer Negativität – mit den Augen der Quelle betrachtet, d.h. er nimmt sie so, wie sie sind. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen (so ein `Typ` ist er) und er betrachtet solche Ausrutscher seiner Freunde als nebensächlich, denn Kham ist tief verbunden mit seinem inneren Wesen. Das würde bedeuten, er nimmt sie auch mit ihrer raubeinigen Art an, weil er den Umgang mit ihnen einfach schätzt und diesen nicht wegen einer Kränkung aufgeben möchte… Dies würde bedeuten, die Wege seiner Freunde und von ihm müssen nicht auseinander gehen, alles bleibt beim Alten. Je nachdem, wieviel seine Freunde ihm bedeuten… bleibt alles beim Alten für Kham – oder er findet später neue Freunde.

Doch nun war es Zeit für ein paar schriftliche Übungen…
Schon wunderte ich mich gleich ein zweites Mal in dieser „Stunde der Wunder“ – bevor wir anfingen, formte ich lediglich die Finger zum V- Zeichen, um an die MP2rules zu erinnern. Ich fügte hinzu: “Na, die brauchen wir ja gar nicht mehr wiederholen, heute starten wir einfach gleich so, wenn ich  – – – –  mache!”

Uuuuuuuuups, damit hatte ich jetzt gar nicht gerechnet –  – — – Jonathan meldete sich!
Ich nahm ihn dran.
Was war jetzt??? Jonathan setzte sofort an und wiederholte beide MP2rules.
Er sprach ohne Fehler. Ohne einen einzigen.
Jonathan verhaspelte sich nicht einmal. (Das hatte er früher immer beim Sprechen getan, Jonathan konnte damals keinen einzigen Redebeitrag vorbringen, so dass er verstanden wurde, er stammelte oft, wurde rot, verhaspelte sich, brach ab…)

Ich ließ ihn sprechen und hörte ihm aufmerksam zu.

Anschließend meinte ich zu ihm und der Klasse: “Jonathan hat sich richtig verbessert. Jonathan, du hast die Regeln alle beide richtig aufgesagt!!! Das ist ja tollllllllllllll !!!!!

Jonathan strahlte.
Jetzt strahlte er wirklich. Er schaute zu Kham hinauf (dieser ist 3.Klässler und damit deutlich größer als der kleine, eher schmächtige Jonathan) und beide strahlten sich an. Sie freuten sich so sehr über meine Worte. In solchen Momenten klatsche ich gern mit den Kindern, und wir applaudierten Jonathan für seine immensen Fortschritte, die er gemacht hatte! –

Kham hatte ich neben Jona gesetzt. Zum Glück saß er immer noch da, Kham hatte seine Aufgabe des Buddys ernst genommen.
Kham ist ein wunderbarer Schüler.
Zuverlässig, aufgeschlossen, mit besten Buddy-Qualitäten eben.

Wir begannen mit den schriftlichen Aufgaben und nach 10 Minuten sprach ich mit allen darüber, dass Kham vorbildlich mit Jonathan gearbeitet hatte. Kham freute sich sehr über mein Lob. Er glühte von innen heraus und war stolz auf sich, Jonathan diese entscheidende Starthilfe gegeben zu haben, so dass dieser nun eigenständig seinen Weg fortsetzen kann. Jonathan konnte wegen ihm so gute Erfolge im Unterricht einfahren. Ich erkundigte mich vorsichtig bei allen anderen (schließlich guckte ich nur 1x in der Woche in der Klasse vorbei und da konnte viel nebenher passieren, was man nicht mitbekam..), ob auch sie beobachtet hätten, dass Jonathan sich verändert hätte? Von 13 anwesenden Kindern antworteten 12 mit “Ja!”, “Jonathan hat sich so verändert!”, “Er arbeitet jetzt richtig gut mit!” u.v.m. Khan war berührt. Damit hatte er nicht gerechnet, dass seine Fähigkeit, zu helfen, einmal so viel Beachtung finden würde!

Ich sah zu Jonathan rüber und beobachtete, dass er völlig entspannt die vielen Lobe seiner Mitschüler entgegennahm.
Er konnte das ohne Probleme, was wirklich bemerkenswert ist, da ich immer wieder Schülern begegne, für die das unmöglich erscheint, da sie so viel Wertschätzung ihrer Person nicht gewohnt sind. Sind unsere Energien am Boden (wir fühlen uns unsicher, ängstlich oder ohnmächtig), können wir kaum hören, was uns gesagt wird. In unserem niedrigen Schwingungszustand sind wir nicht in Schwingungsharmonie mit demjenigen, der uns belobigt – und können daher das Lob auch nicht wirklich annehmen.

Auch das hatte sich verändert, Jonathan war bereit, Anerkennung und Wertschätzung anzunehmen.

Er konnte das zulassen. Nachdem er die viele Wertschätzung seiner vielversprechenden Veränderung entgegengenommen hatte, lachte er kurz (sooo süß!) und meinte: “Ja, das finde ich auch, ich habe mich sehr verbessert!”

OH, WWWWOOOOOOOOUUUUWWW, Jonathan, das war ein wundervolles Erlebnis mit dir!

Du bist auf dem richtigen Weg, du kannst deine liebevolle Art, die dir inne wohnt, jetzt allen zeigen. Auch dankenswerterweise Kham, der sich auf beste Weise unter meiner Anleitung dir zuwendete, effektvoll und nachhaltig.

Ihr seid tough, ihr zwei, ein Dreamteam ist aus euch geworden!!!!!!!!

Kham nahm mein Lob tief befriedigt an!
Er wurde kurz rot, und freute sich dann sehr, sehr über meine Anerkennung, dass Jonathan sich immer auf ihn verlassen konnte. Kham fragte ihn immer wieder während der schriftlichen Anfertigung seiner Aufgaben: “Brauchst du Hilfe?” “Alles okay…?” Für Jonathan entstand eine tiefe Verbindung zu einem solch verlässlichen Sitznachbar, wie Kham es war – vielleicht die erste verlässliche Verbindung, die Jonathan jemals in seinem Leben fand? In ihr konnte er sich von Mal zu Mal erholen, neuen Mut schöpfen, sich versichern, dass er es wert ist, Achtung zu finden und Unterstützung… Jonathan wirkte jedenfalls unendlich dankbar Kham gegenüber.
… Wie er ihn manchmal von unten her ansah, mit so viel Bewunderung und Dankbarkeit in seinen Augen…! Allein deshalb konnte er schon jetzt von sich sagen: “Ja, ich bin besser geworden!”
Ohne Khams Hilfe wäre Jonathan nicht so weit gekommen, sagte ich zu Kham.

Wir arbeiteten weiter… Nun ging mir durch den Sinn, dass es an der Zeit war, auch Darian zu danken. Er hatte sich freiwillig gemeldet, als ich die Kinder bat: „Wer kann Alister so unterstützen, wie Kham das jetzt bei Jonathan macht? Auch er braucht Unterstützung! Wer möchte das tun?“

Alister saß mit Darian vor meiner Nase, direkt am Lehrertisch. Darian hatte sich gleich erhoben hinten an seinem Tisch und war nach vorn gekommen, um sich neben Alister zu setzen und so seinem Versprechen nachzukommen, „Ich helfe Alister wie Kham dem Jonathan.“
Ich freute mich sehr darüber. Auch Darian war verlässlich und hilfsbereit bei seiner Unterstützung, die er Alister bot. Darian erinnerte sich liebevoll an Alister vorne vor dem Lehrertisch und wechselte von seinem Tisch hinten zu seinem Partner.

Die Zwei tauschten sich vor meinen Augen miteinander aus, einmal, … zweimal…, dann wurde ich aktiv.
Es war Zeit, auch Darian zu loben für seine angenehme Art, mit Alister zu arbeiten!! Also sprach ich auch mit Darian laut vor der Klasse: “Sag mal, Darian,  auch du hattest dich ja einmal bereit erklärt, einem weiteren Schüler zu helfen, der mehr Hilfe brauchte als die anderen – wie ist es denn mit Alister gelaufen?” Zuvor erkundigte ich mich jedoch noch bei Alister (laut): “Alister, ich würde gern erfahren –  hat Darian dir auch so gut helfen können wie Kham dem Jonathan?”
Alister antwortete ruhig und mit kraftvoller Stimme (wieviel Kraft seine Stimme bekommen hatte!): “Ja, hat er!”

Nun war Darian an der Reihe. Ich bat ihn um seine Meinung, wie die Zusammenarbeit mit Alister verlaufen war, und Darian war sehr, sehr zufrieden mit seinem Tandem.
Ich erklärte der Klasse, dass auch Darian Großes geleistet hatte, schließlich hatte er für Zwei gearbeitet! Ich erläuterte: “Wenn ihr alle 20 Minuten in eurem Schreibheft gearbeitet habt, und Darian seine Aufgaben erledigte und die von Alister quasi noch dazu…

Darian schaute mich mit einer Mischung aus Verlegenheit und Stolz an.

Langsam öffnete er sich. Jetzt lächelte er. Er lachte kurz und entspannte sich, wie schön! Ich wollte, dass Darian auch belobigt wird wie Kham, weil er schließlich sich freiwillig gemeldet hatte, um Alister zu unterstützen, während Kahm von vorne herein neben Jonathan gesessen hatte.  So sprach ich noch einmal mit den  Kindern über meine Gedanken.
Auch Darian bekam Applaus und alle waren merklich berührt von unserer Wunder – Stunde. So schnell wird diese sicher keiner vergessen…

Zum Schluss fügte Jonathan auch noch hinzu: “Ich bin heute grad mit `Tobi` fertig geworden!!!” `Tobi` war sein Schreiblehrgang und es erfüllte ihn mit größten Stolz, das vor seiner Klasse verkünden zu können.

Ohne Khams Hilfe wäre das nie möglich gewesen.

Jonathan fügte übrigens hinzu: … Ich habe heute alles alleine gemacht, nur einmal habe ich Kham etwas gefragt, sonst habe ich alles alleine erarbeitet!”
Er freute sich so doll darüber!  Und ich erst…!! Wow, Jonathan, was für ein Tag heute!!!

 

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