Mary Poppins at school liebt die klassische Musik über alles! Lassen Sie sich verwöhnen von einigen ausgesuchten Werken, die ihren Blog akustisch schmücken. Hier handelt es sich um einen Musiker, den Mary Poppins at school ganz besonders verehrt – Iskandar Widjaja, einen Weltklasse- Geiger, auf den sie vor wenigen Jahren aufmerksam wurde… Auf seiner Homepage heißt es über ihn “a true force of nature” (Quelle: the strad, december 2011)

Hier geht es zu seiner Homepage und den Konzertterminen

Nachdem ich ihn zum ersten Mal am 25.4.2014 in der Abendschau des RBB sah, folgte ich ihm zu zahlreichen Konzerten in Berlin.

Viele Jahre zuvor spielte ich Klavier, bis die Geige meine Aufmerksamkeit erregte. Ich ging auf im Genuss der Kammermusik und damit in der Faszination, die das Instrument hier auf mich ausübte. Schließlich nahm ich Geigenunterricht, um dieses begeisternde Instrument und seine Spielweise näher kennenzulernen – schließlich war mein Großvater als Geiger im Göttinger Symphonie Orchester lange Jahre aktiv und die Geige zählt bis heute, neben dem Cello, zu meinem Lieblingsinstrument.

Mary Poppins at school erinnert sich nur zu gerne, was darauf folgte… Als Musiklehrerin habe ich vor zwei Jahren (am 20.5.2015) Iskandar Widjaja – einen Weltklassestar und Spitzenmusiker – an meine damalige Schule, die Karlsgartenschule in Berlin Neukölln, eingeladen! Als Migrant der 2. Generation ( seine Mutter ist Chinesin und in Indonesien aufgewachsen, sein Vater holländisch-arabischer Herkunft, er selber wuchs in Berlin auf ) lag es nahe, dass er für die Kinder dieser Grundschule, die von ca. 90 % Migrantenkindern besucht wird, ein beeindruckendes Vorbild sei. Sich mit ihm und seiner großartigen Musikalität zu identifizieren, dürfte ihnen aufgrund seiner indonesischen Wurzeln nicht schwer fallen, dachte ich mir – und lag damit offensichtlich richtig. Da ich selber die klassische Musik außerordentlich wertschätze, liebe ich seine Musik – doch vor allem seine Art, Musik zu machen – über alles.
Nachdem ich zahlreiche Konzerte von ihm besucht hatte, war ich fest davon überzeugt
„Ich lade ihn an unsere Schule ein – und er wird uns besuchen!“ Am 20. Mai 2015 war er da, er kam an unsere Schule!

Iskandar +Geige

Es war eine überragende Veranstaltung, von der wir alle ganz verzaubert waren! Er hatte sogar seine Stradivari mitgebracht!!!

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Die 90 Minuten, die nun folgten, bleiben unvergesslich für mich. Er spielte für die Kinder 15 Minuten J.S.Bach (Chaconne d-Moll, „die universellste und spirituellste Musik“, wie er selber einmal sagte) und führte eine anregende Unterhaltung mit den Kindern über das Leben von J.S. Bach. Er sprach mit den Kindern über die Herkunft seiner Stradivari und über seine Videoaufnahmen in Indonesien am Vulkan für den Titel “Burn” … Es war bezaubernd, wie offenherzig dieser großartige Künstler alle Fragen der Kinder beantwortete. Meine Kollegen waren gleichermaßen beeindruckt von seiner Professionalität und seinem liebe- und respektvollen Umgang mit den Kindern.

Anschließend lauschte Iskandar dem Geigenkonzert einer 8- jährigen Schülerin, bewun-derte eine Tanz-Performance zu dem von ihm komponierten Titel „Burn“ (die einige Schüler von zwei meiner Musikklassen JÜL 1-3 nahezu allein mit ihren Mitschülern einstudiert hatten) und lud 60 Kinder zur Foto– und Autogrammstunde ein. (Lesen Sie hierzu einen Bericht im Tagesspiegel vom 2.6.2015).

Übrigens fand ich großartige Unterstützung in dieser Sache bei der Organisation „Rhapsody in School“. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen, einen so gefragten Musiker wie Iskandar Widjaja an unsere Schule zu holen. Dies wurde rasch klar, als ich zunächst versuchte, über gute Freunde aus Musikerkreisen Iskandar Widjaja für meine Idee zu begeistern.

Während einer ersten persönlichen Kontaktaufnahme nach einem seiner Konzerte verriet er mir, dass er in Indonesien bereits viele Male in die Schulen gegangen war, um den Kindern seine Musik vorzuspielen. Mein Wunsch, dass er den Kindern auf der Geige vorspielt, führte ihn alsbald dazu, sich bei „ Rhapsody in School“ listen zu lassen.
„ Rhapsody in School“ bringt Spitzenmusiker gratis in die Schulen. Alle Musiker stellen ihre Instrumente aus sozial-kulturellem Engagement vor einer Schulklasse vor. In ihrem Programm heißt es
“Rhapsody in School – das ehrenamtliche Musikvermittlungsprojekt von Künstlern für Schüler

Konzept
MusikerInnen, die sich zu Konzerten in einer Stadt aufhalten, besuchen an einem für sie freien Vormittag Schüler in ihren Klassenräumen. Dort spielen sie den Kindern und Jugendlichen Musikstücke aus ihrem Repertoire vor, erzählen aus ihrem Alltag und stellen sich den Fragen der Schüler.  Das Besondere dieser bemerkenswerten Musikstunden sind die Begegnungen und Gespräche zwischen den Schülern und den Künstlern. Die aktive Mitwirkung sowie Konzertbesuche der Schüler sind ausdrücklich erwünscht.

Ziel
Durch die direkte Begegnung mit dem Künstler erhalten die Schüler die Gelegenheit, den Menschen hinter der öffentlichen Person kennen zu lernen. Sie erfahren von dem inneren Motor und der Leidenschaft, mit der der Solist seinem Beruf und seinen Lebenszielen nachgeht. Somit kann der Musiker auch zu einer Inspirationsquelle für die eigene Lebensgestaltung werden. Mit Freude beobachten wir, wie diese Begegnungen jungen Menschen eine oft ganz neue Welt eröffnen. Die vielen Resonanzen der Schüler zeugen davon. Gleichzeitig kommen die Künstler ihrem Anliegen nach, bei den Schülern Neugierde und Freude an der klassischen Musik zu wecken und das Bewusstsein für die Bedeutung unserer Kultur zu schärfen.”

Ich möchte hier etwas über diese Initiative ausführen, weil sie mir sehr am Herzen liegt. Da sie seit 10 Jahren existiert, aber erst seit wenigen Jahren viele Aufgaben innerhalb ihres Programms der Ehrenamtlichkeit enthoben hat (seitdem stehen ausreichend  finanzielle Mittel zur Verfügung), wäre es wünschenswert, dass noch viel mehr Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf dieses Projekt gelenkt wird. Hier wird erstklassige Arbeit geleistet. Es werden renommierte Musiker in die Schulen geleitet, um junge Menschen mit klassischer Musik vertraut zu machen. Nicht umsonst hat diese Initiative vor vier Jahren den ECHO, Deutscher Musikpreis Klassik 2014, gewonnen!

Es wäre wunderbar, junge Musiker wie Iskandar Widjaja im Rahmen von Bildung und Schule vermehrt der Öffentlichkeit in Deutschland vorzustellen. Damit würde das wertvolle humanitäre Engagement, welches durch sein Geigenspiel an Schulen entsteht, unterstützt werden.
Mich beeindruckt Iskandars Engagement für gemeinnützige Organisationen wie dem WWF und Live Music Now e.V. Darüber hinaus verpflichtet er sich mit seinen exklusiven Benefiz-Konzerten in Bali für die UNICEF, die Bildungschancen für Kinder in der Region Asien-Pazifik zu unterstützen. Seine Wohltätigkeitsveranstaltung “Musik yang Membebaskan” in Zusammenarbeit mit KOMPAS Gramedia, einer führenden Zeitung in Indonesien, führte zu gesponserten Musikinstrumenten und Unterstützung für die Straßenkinder. Bereits in jungen Jahren begleitet ihn so viel Enthusiasmus und Nächstenliebe, dass mich seine Haltung an Yehudin Menuhin erinnert (er rief 1977 ein berührendes Programm ins Leben, um Konzertmusik an Arbeitsplätze, Krankenhäuser und in Gefängnisse zu bringen) oder auch Daniel Barenboim (in dem von ihm gegründeten West-Eastern Divan Orchestra musizieren junge Christen, Muslime und Juden aus dem Nahen Osten miteinander, um den Friedensprozess im Nahen Osten voranzubringen).
Sie alle stellten und stellen als hochkarätige Musiker ihre Tätigkeit in den Dienst von mehr Menschlichkeit und Liebe!

Ich möchte dir, lieber Iskandar, noch einmal besten Dank für deinen Besuch an unserer Schule aussprechen! Die Schüler waren voller Begeisterung, dass du so viel Freude durch diese herrliche Musik in ein Schulhaus zaubern konntest; wir alle sind dir sehr, sehr verbunden!

Sechs- bis achtjährigen Kindern ein 15- minütiges Werk von J.S.Bach mit Violone solo vorzustellen, setzt große Konzentrationsfähigkeit und zugleich Aufgeschlossenheit der Kinder voraus. Mit welcher Selbstverständlichkeit du den Kindern diese Musik präsentiert hast, ja, sie ihnen zugemutet hast, hat mich tief bewegt. In dem Wort “zugemutet” steckt das Wort “Mut” und den hast du in den Kindern wahrlich geweckt mit deinem Kommen!
Du hast daran erinnert, dass wir Kinder auf einer Ebene ansprechen können, wo andere sagen: “Wie soll das funktionieren?”
Wir können ihnen zum Geschenk machen, sie wahrzunehmen als die, die sie sind – liebenswerte Geschöpfe, oft voller Begeisterung für das Besondere im Leben. Wir können Begegungen auf Augenhöhe mit ihnen erschaffen… sie sind außerordentlich dankbar dafür!

Was mich überraschte… ich habe häufiger Erwachsene hüsteln, tuscheln und prusten hören zu abendlichen Konzerten in den großen Sälen der Stadt als die Kinder es zu jener Mittagsstunde in der Aula taten. Hier herrschte durchgehend fokussierte Aufmerksamkeit! Die musikbegeisterten Kinder nahmen das Konzert bravourös auf – voller Bewunderung und Anerkennung, und sie beteiligten sich mit großem Interesse an der anschließenden Gesprächsrunde.
Es wurde deutlich, dass Schüler einer Schule im sozialen Brennpunkt mittlerweile einem deutlichen Wandel unterliegen! Sie verstehen es immer früher, das deutsche Bildungssystem mit großen Interesse erfolgreich zu durchlaufen. Vorbei die Zeiten von „Migrantenkinder sind schwierige Kinder und soo schwer zu beschulen“ und immer mehr Leichtigkeit, Spaß und Freude im Lernprozess treten hervor – was sich durch die guten Lernerfolge der Schüler bestätigen lässt! –

Im Juni 2015 bekam ich eine Einladung zum Kongress „ Bewusstsein, Kommunikation und Kultur“ der Akademie Heiligenfeld in Bad Kissingen, um über meine positive Arbeit mit Migrationskindern zu sprechen. (Aus Krankheitsgründen war es mir verwehrt, als Referentin aufzutreten.) Der Kongress erwartete mehr als 1000 Teilnehmer und die Vorankündigung meines Vortrages las sich wie folgt.

Deutschland ist aktuell Migrationsmagnet in Europa. Uns erwartet eine noch nie da gewesene Vielfalt in der Schülerschaft an unseren Schulen – die Schüler der Zukunft. Die Arbeit mit Migrantenschülern in integrativen Modellen staatlicher Schulen weist durch internationale Klassen in eine neue Richtung. Kinder aus allen Teilen der Welt wirken wie Pioniere, die ihren Aufenthalt in Deutschland nutzen, um ein glückliches, erfolgreiches Leben aufzubauen und dieses – gegebenenfalls – im Heimatland fortzuführen.
Als Basis einer blühenden Unterrichtsarbeit dient mir hierbei die Anbindung an die innere Quelle, wodurch die Schüler zu ausgezeichnetem Lernerfolg beim Erwerb der deutschen Sprache und zu hoher Sozialkompetenz gelangen.

Es war mir immer ein Anliegen, Migrationsschüler zu unterstützen, die mit ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrem unerschütterlichen Mut punkten, um sich an unseren Schulen mit Hilfe ihrer unschätzbaren Kreativität zu positionieren. Ihre Botschaft lautet: „Ich gehe mutig (m)einen neuen Weg –  meine Eltern sind ihn auch gegangen!“

Der Besuch eines solchen Spitzenmusikers und die durchgehend positive Reaktion der Kinder auf sein Erscheinen sind Ausdruck eines sozialen Wandels, eines Kulturwandels und gesellschaftlichen Wandels, welche unsere Schullandschaft durchziehen… von der Öffentlichkeit immer noch unbemerkt.  Wir haben es auch einer solchen Persönlichkeit wie Iskandar Widjaja zu verdanken, dass wenige letzte Sprachbarrieren durch das spielerische Engagement für die Bildung der Zukunft durch die Musik (aufgrund ihres universellen Charakters) überwunden werden können.

                                                      Autogrammbögen at it`s best ...!– Autogrammzettel für die Kinder –

Möchten Sie mehr über Iskandar Widjaja erfahren? Dann lesen Sie hier weiter….

Iskandar eröffnete den APEC Gipfel 2013 (Asia-Pacific Economic Cooperation). Zu derEröffnungsveranstaltung waren Präsident Obama, Präsident Yudhoyono und weitere asiatische Staatschefs geladen.

Zur Eröffnung der ITB 2013 (Internationale Tourismus Börse) mit Kanzlerin Merkel und Präsident Yudhoyono wurde er eingeladen, das Partnerland Indonesien musikalisch zu repräsentieren.

Im September 2014 eröffnete Iskandar das Davis Cup Halbfinale in Genf mit seiner Single „Burn“ in der Palexpo Halle vor einem live Publikum von 18.500 Menschen. Der Auftritt wurde live in 101 Länder von 29 Sendern übertragen.

Außerdem engagiert sich Iskandar Widjaja musikalisch für wohltätige Organisationen wie der WWF und Live Music Now e. V.

Sein exklusives Benefizkonzert auf Bali für die UNICEF unterstützte bildungsfördernde Projekte für Kinder der Asien-Pazifik Region.

In Zusammenarbeit mit KOMPAS Gramedia, Indonesiens größtem Medienkonzern, veranstaltete er mit “Musik yang Membebaskan” ein Event zur Finanzierung von Musikinstrumenten und Unterricht für Straßenkinder.

Iskandar Widjaja spielt eine Franciscus Geissenhof von 1793 und eine Stradivari von 1734, freundliche Leihgabe von Florian Leonhard, London.

Er sagt: „Eins meiner größten Idole in der Popszene ist Beyonce Knowles, ich finde dass sie klasse singt und eine wahnsinnig gute Bühnenausstrahlung hat. (…)“ und ließ es sich sogar nicht nehmen, für »Deutschland sucht den Superstar« einen Casting-Termin wahrzunehmen !

Über seine Geige sagt er übrigens: „Ich spiele eine wunderbare Geige von 1793, von Franciscus Geissenhof aus Wien. Für besonders wichtige Auftritte, etwa mein Debüt unter Zubin Mehta in der Tonhalle in Zürich, leihe ich mir eine Stradivari von 1734 aus – momentaner Marktwert neun Millionen Dollar. Das ist dann wirklich die Extraklasse. Kein Geigenbauer ist jemals an das Ideal von Stradivari herangekommen. Das ist bis heute unerreicht. Wenn man auf diesem Instrument einen Ton spielt, geht sofort die Sonne auf. Das ist wie Butter und Honig. Ein unglaublich feiner, seidiger Klang, der eine wahnsinnige Strahlkraft hat und quasi durch das Orchester hindurchsticht und bis in die letzte Reihe trägt, auch wenn du ganz, ganz leise spielst. Warum das so ist, kann bis heute keiner erklären.(…)“