Unsere Erstklässler sind nun ein gutes halbes Jahr an Bord. Ich freue mich mit ihnen, dass sie ein ganzes Bündel Lerntechniken, Lernmethoden und Lernstrategien beherrschen, die das Lernen effizienter machen. Wer diese Werkzeuge beherrscht, profitiert davon lebenslang.So lernten sie spielerisch mit den Zweit- und Drittklässlern, sich mit verschiedenen Lernmethoden vertraut zu machen. Der Lernstoff und neue Fertigkeiten lassen sich damit wesentlich leichter bewältigen. Jedes Schulkind braucht Zeit, um sich mit Lerntechniken, Lernmethoden und Lernstrategien anzufreunden. Mary Poppins at school weiss vom Wert des kontinuierlichen Wiederholens und Übens einzelner Strategien, anstatt jeden Monat eine neue Strategie auszuprobieren. In der weiterführenden Schule ist noch genug Zeit, den Strategiepool zu erweitern.
Um den Unterricht abwechslungsreich und spannend zu halten, führt sie von Zeit zu Zeit auf diesem Gebiet etwas Neues ein – wenn die vorherige Methode von der ganzen Klasse  erfolgreich angewendet wird. Diese sind – insbesondere für unsere Erstklässler –  Lern- und Arbeitstechniken wie z. B. Lese-, Schreib-, Rechen- und Präsentationstechniken sowie Konzentrations-, Kooperations- und Kommunikationstechniken. Einmal pro Woche findet Unterricht (nur für die Schüler einer Jahrgangsstufe) früh am Morgen vor dem regulären Unterricht statt, „Lernclub“ genannt. Gerade hier lässt es sich konzentriert mit den Schulanfängern arbeiten, so dass sie Neues begeistert aufnehmen. Darüber hinaus übt Mary Poppins at school im weiteren Verlauf des Schuljahres insbesondere mit den Drittklässlern einzelne Regulationsstrategien, die diese zur Selbstreflexion und – steuerung befähigen. Diverse Stützstrategien, die der Förderung eines guten Lernklimas und der Entwicklung von Initiative und Konzentration dienen, setzt Mary Poppins at school fortlaufend während des Unterrichts ein. Nach und nach schafft sie unter den Drittklässlern die Basis einzelner Lernkompetenzen, d.h., die Schüler erwerben die Fähigkeit, selbständig Lernvorgänge zu planen, zu strukturieren, sie zu korrigieren und auszuwerten.

Immerhin lernen wir nach dem Dorfschulprinzip (welches unter „JÜL“ bekannt wurde), d. h. das Jahrgangsübergreifende Lernen ist bei uns Alltag und inzwischen sind wir mit dieser Lernform sehr vertraut geworden. Ein großer Pluspunkt hierbei ist, dass keiner mehr sitzen bleibt und Klein von Groß lernt.

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Studien zeigen, dass JüL-Schüler in vielen Bereichen bessere Leistungen zeigen als Gleichaltrige in regulären Klassen. Vor allem ihr soziales Lernen sei deutlich ausgeprägter, sagt Margarete Götz, Professorin für Grundschulpädagogik an der Universität Würzburg, die das Modellprojekt an der Lindenschule zehn Jahre lang wissenschaftlich begleitet hat. Ihre Ergebnisse machen deutlich, dass sowohl Kinder mit Hochbegabung als auch solche mit Lernschwierigkeiten in JüL-Klassen besser unterstützt werden. Genau dies beobachtet Mary Poppins at school nach einem halben Jahr Klassenleitung einer JÜl – Klasse 1 bis 3. Das Modellprojekt der Lindenschule hat bewiesen, dass etwa zehnmal mehr Kinder als in normalen Klassen eine Klassenstufe übersprungen haben. Es zeigt zudem auf, dass bei »Risikokindern«, die mit Lern- oder Verhaltensauffälligkeiten eingeschult werden, im JüL-Unterricht sogar eine Leistungssteigerung um zehn Prozent zu beobachten war. »Bei altersheterogenen Klassen ergeben sich Zugpferdeffekte, weil leistungsschwächere Kinder Vorbilder in der eigenen Lerngruppe finden und Ältere ihnen helfen«, sagt Götz. So konnte die Übertrittsquote aufs Gymnasium deutlich erhöht werden.

Nun, eine Prognose dies bezüglich kann Mary Poppins at school zu gegebenen Zeitpunkt nicht geben, doch teilt auch sie genau diese Erfahrungen durch ihre Tätigkeit in ihrer Klasse.

Kindern Freiheit zu geben, ist das Schönste, was wir ihnen gewähren können. Mary Poppins at school hat beschlossen, nachdem die Schüler ihrer JÜL- Klasse bestens mit den o.g. Techniken zurechtkommen, „Freiarbeit“ in den Stundenplan mit aufzunehmen. Dies wurde freudestrahlend von ihren Schülern angenommen. Nun steht öfter “Freiarbeit” auf dem Stundenplan!

Als wir anschließend unsere erste Freiarbeitsstunde gemeinsam auswerteten, stellte sich heraus, dass die Schüler von Mary Poppins at school in hohem Grade mit ihrer Selbständigkeit punkten konnten. Wir hatten im Voraus besprochen, auf welchen Aufgabenfeldern die Kinder aktiv werden können und trugen Folgendes zusammen…

  • im Fach Deutsch
  • im Fach Mathe
  • im Fach Sachkunde
  • Malen in ihrem Tagebuch, welches montags um ein neues Wochenend- Erlebnis von ihnen ergänzt wird
  • „vor der Tür auf dem Flur ein Lied singen und tanzen“
  • Lernspiele
  • im Fach Musik die Strophen des neusten Liedes auswendig lernen

Nun, einige Kinder verkrümelten sich auf den Flur („wir spielen zu viert dieses Lernspiel draußen am Tisch“), während die anderen im Klassenraum mir noch eine Frage stellten: „Reden wir laut im Raum während unserer Freiarbeit oder wird hier geflüstert?“  Ich stellte diese Frage zur Diskussion und sie wurde von den Kindern zunächst unterschiedlich bewertet, so dass wir abstimmten. Alle Kinder (es waren 11 im Raum) stimmten schließlich für „laut reden“ und ich fügte hinzu: „Gut, lasst es uns ausprobieren. Wir machen ein Experiment aus der Stunde, und anschließend unterhalten wir uns darüber, wie es euch gefallen hat.“

Es wurde eine entzückende Stunde! Alle wuselten durch den Raum, waren am Lesen, am Partnerarbeiten, am Auswendig lernen oder am Schreiben bzw. Malen. Es herrschte gemütliche Geschäftigkeit, die Schüler wirkten überaus entspannt.

In der nächsten Stunde bat ich die Kinder, mir zu erzählen, was ihnen an unserer Freiarbeitsstunde (haha, jetzt schrieb ich tatsächlich Freuarbeitsstunde!) am besten gefallen hatte. Sie waren voll des Lobes, und es war übereinstimmend zu hören, dass sie es genossen hatten, ihre Beschäftigung frei zu wählen. Den meisten hatte „alles“ an dieser Stunde gefallen. Im Anschluss an ihre positiven Rückmeldungen bestätigte ich den Kindern aufs Neue, dass sie überaus selbständige Wesen seien, die noch dazu imstande wären, ihre Zeit auf äußerst vielfältige, kreative Weise zu verbringen. (Auch gegen ein Tagträumen hätte Mary Poppins at school nichts einzuwenden gehabt, es fördert unsere Phantasie auf erstaunliche Weise!). Ich erklärte ihnen, dass ich bereits Kinder beobachtet habe, die – kaum auf sich gestellt – regungslos verharrten, da ihnen die wesentlichen Impulse fehlten, ihrer Phantasie nachzugehen. Sie verhielten sich schließlich so inaktiv, dass alles in ein Klagen oder Jammern mündete wie „Mir ist soooo langweilig!“ Ich sagte ihnen schließlich, dass ich nicht ein Kind gesehen hätte, das in unserer Klasse von Langeweile geplagt gewesen war. Wie wunderbar!
Da wundert es kaum, dass sich die Schüler von Mary Poppins at school eine Verlängerung der Freiarbeit wünschten. Somit setzten wir unsere angefangenen Arbeiten in bester Stimmung für weitere 20 Minuten fort…

Was für eine Freude!   marypoppinsatschool.de

Meine Klasse hat das Thema Freiarbeit begeistert aufgegriffen und vielfältig umgesetzt! Ich bin schon ganz gespannt, welche schöpferischen Ideen sie beim nächsten Mal entwickeln auf dem Pfad ihres Lernweges mit all den Anregungen, die sie sich gegenseitig geben!