Mary Poppins at school erzählt Ihnen heute vom MaryPoppins2rulesUnterricht, der auf der Grundlage von zwei einfach einzusetzenden Regeln jede Unterrichtsstunde zum Erfolg führt.
Ob Unterricht in einer Sprachförderklasse (SFK) mit den Flüchtlingsschülern/ Musik-unterricht/ Vertretungsunterricht/ Offener Unterricht/ Frontalunterricht/ Kleingruppen-unterricht/ Projektunterricht/ Förderunterricht –  der MaryPoppins2rulesUnterricht erzielt erstklassige Erfolge bei jedem Schüler. Da Mary Poppins at school ihren Unterricht flächendeckend in der gesamten Schule durchführt, kann jeder Schüler in der Schule von ihm profitieren. Mary Poppins at school unterrichtet Stunde für Stunde in einem anderen Klassenraum, fünf Tage die Woche und sie setzt ausnahmslos auf diese Methode.

Lassen Sie sich überraschen von der tiefgreifenden Wirkung dieses einfach umzusetzenden Ansatz! 

Je beständiger man mit ihm arbeitet, umso tiefgreifender ist seine Wirkung.

Seitdem ich den MaryPoppins2rulesUnterricht einsetze, läuft alles wie von selbst, Unterricht wird zum Kinderspiel. Er ist keck, modern und beherzt, er ist schnell anzuwenden und er passt überall hin, denn er ist kombinierbar mit allen Methoden. Er passt sich sanft überall an und ist die universale Antwort auf so manche pädagogische Herausforderung.
Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Stillarbeit, (…), (…), – er ist der Booster schlechthin für alle, die nach neuen Schwung oder einer Auffrischung für ihren Unterricht suchen, unkompliziert einsetzbar, ohne am Wochenende zusätzlich aufwändige Fortbildungen zu besuchen, einfach aus der Hosentasche gezogen bzw. dem Mary Poppons at school Blog entnommen.

Und das Schönste ist… der MaryPoppins2rulesUnterricht schenkt Lehrern gleichermaßen wie allen Schülern erhebende Momente voller Entspannung und Gelassenheit. Auch Sanftmut, Rückzug und Stille (ganz so, wie jeder es mag) sind angenehme Begleiter des MaryPoppins2rulesUnterricht, die diese Form des Unterrichts so einzigartig machen. Kommen Sie als Lehrer in den Genuss von Zufriedenheit und gegenseitiger Rücksichtnahme, lernen Sie Ihre Schüler hierbei von einer ganz anderen Seite kennen, nämlich ihrer besten! Und teilen Sie Ihre Begeisterung fortan mit Ihren Schülern, Sie werden staunen, wie sehr das die positive Atmosphäre im Klassenzimmer für immer verändert!

An Tagen, an denen die Rufe nach „Glück als Unterrichtsfach in den Schulen!“ lauter werden, liegt man mit dem MaryPoppins2rulesUnterricht immer richtig. Man wird von Kollegen beneidet (O-Ton meines Musikkollegen, der kürzlich in den Klassenraum der 4d trat, um einen seiner Musikschüler etwas zu fragen, während ich dort eine Vertretungsstunde abhielt: „Sag mal, wie machst du das bloß, dass die Schüler bei dir so leise sind in der 4d?? In meinem Musikunterricht bei denen geht es ganz schlimm zu, wenn wir Musik machen wollen. Ich habe immer so schöne Angebote für die Schüler dabei… doch Tim oder Melinda oder Malin stören beständig. Sie rufen laut dazwischen, und Tim hechtete neulich über seinen Tisch hinweg, um Anton anschließend in die Seite zu boxen… es war ganz schlimm! Wie kriegst du da bloß so eine Ruhe hinein??“) oder teilt seine Freude mit österreichischen Oberschülern, die sich dank monatelangen Glücksunterricht ähnlich äußern in You Tube Videos wie meine Schüler nach einer Schulstunde MaryPoppins2rulesUnterricht: „Wir können einander mehr vertrauen. Unser Wohlgefühl hat beträchtlich zugenommen, seitdem wir dieses neue Fach erlernen!“

Ein weiterer großer Pluspunkt des MP2rulesUnterricht ist, dass er ohne Bereitstellung von Ressourcen durchgeführt werden kann – kein Besuch von Weiterbildungen (Aufwendungen wertvoller zeitlicher sowie monetärer Ressourcen), keine aufwändige Aufnahme in den Lehr- bzw. Rahmenplan, keine Vorstellung auf Elternabenden, die Zeit und Energie für sich beansprucht – der unmittelbare Erfolg des MP2rulesUnterricht spricht für sich.
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So wie mein unglücklicher Musikkollege neulich hilflos im Lehrerzimmer vor mir steht und deutlich macht, wie Musikstunde und Vertretungsstunde – von zwei verschiedenen Lehrern in ein und derselben Klasse durchgeführt – dank MP2rulesUnterricht zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führt, macht der MP2rulesUnterricht an meiner Schule von allein von sich reden. Ob in meinem Förderunterricht, in der Sprachförderklasse der Flüchtlingsschüler, in meinen Musikstunden oder den Vertretungsklassen, überall spürt man die wohltuende Wirkung des MP2rulesUnterricht, ja, wie er auf leisen Sohlen das Schulleben erobert.

Und so funktioniert der MP2rulesUnterricht

Mein Stundenplan sieht in etwa so aus, dass ich am Tag eine Stunde Musik und fünf Stunden Förder- bzw. Vertretungsunterricht gebe. In allen Unterrichtsgruppen und Klassen, in denen ich unterrichte, sind den Schülern jetzt meine zwei Regeln des MP2rulesUnterricht bekannt. Nur mit ihnen betrete ich den Klassenraum, denn sie sind es, die für eine erfolgreiche Unterrichtsstunde sorgen, ganz gleich, was auf dem Programm steht.

Die zwei Regeln des MP2rulesUnterricht sind rasch erklärt:

  1. Schriftlich arbeiten wir – nur im Flüsterton!
  1. Haben wir eine Frage, fragen wir zuerst unseren Nachbarn. Weiss dieser keine Antwort, fragen wir ein weiteres Kind in der Klasse, diesmal das Klügste in dem Fach, welches gerade dran ist.
    Erst danach fragen wir Mary Poppins at school!

Der MP2rulesUnterricht schenkt den Kindern eine angenehme Struktur, aufgrund derer sie

  • sich sanft entfalten können
  • interaktiv sein können, d.h. sie selber können jederzeit Einfluss auf ihren Lernprozess ausüben
  • ihr kommunikatives Verhalten verbessern können (ohne ständig der Kontrolle des Lehrers ausgesetzt zu sein)
  • lernen, um Hilfe zu bitten
  • lernen, anderen Hilfestellung zu geben (und dabei auch mal zu zweit auf einem Stuhl sitzen können, um dem anderen Rede und Antwort zu stehen, selbst wenn das Ganze die letzten 15 Minuten des Unterrichts in Anspruch nimmt…)
  • ihre Kooperationsfähigkeit steigern
  • sich sicher und geborgen fühlen im Klassenraum, da alle im Flüsterton unterwegs sind
  • sie erfahren, dass sich Mary Poppins at school zuverlässig für die Einhaltung des Flüstertons einsetzt

Immer wieder erfahre ich von den Schülern, nachdem sie sich an beide Regeln gewöhnt haben, dass sie äußerst dankbar sind für die Stille und die Ruhe, die sie auf diese Weise
– oft nur für diese eine Schulstunde am Tag –  erfahren. Regelmäßig bekunden mir Schüler nach dem Unterricht: „Ich konnte zum 1.Mal richtig gut arbeiten, ohne abgelenkt zu werden!“

Ich erinnere mich an eine Flüchtlingsschülerin (8) in der Sprachförderklasse von meinem Kollegen Garrett, die eines Tages zu mir kam und strahlte, als sie sagte: „Frau Armbrecht…, da haben wir eine leise Stunde bekommen!“  –

Vielleicht braucht es gar nicht mehr? Ganze Schulkonzepte wie Waldorf, Jenaplan, Montessori,  IchmachmirmeinenSchulalltagwieichwill, wie oft verlieren sie an Aussagekraft durch die individuelle Umsetzung des Konzepts anhand der einzelnen Lehrkräfte?
Was nutzt die schönste Schule mit dem besten Konzept, wenn mein Kind bei dem Lehrer XY zur Schule geht, der das Konzept lieblos und nachlässig umsetzt? All der versicherte Gewinn durch Ausbildung meines Kindes an genau dieser Schule mit jenem besonderen Konzept ist dahin.

Der MaryPoppins2rulesUnterricht kann überall an den Start gehen, ihn bringt man überall zum Einsatz, Reformpädagogik hin oder her; diese zwei Regeln lassen sich überall adaptieren und verifizieren. Leicht und rasch und nachhaltig, mit viel Erfolg.

Die Vorteile des MP2rulesUnterricht

So beschaulich beide Regeln wirken, so tiefgründig ist der Zugewinn durch sie, werden die MaryPoppins2rules einmal so betrachtet:

Ablenkung verschwindet ganz und gar aus dem Unterricht. In Freiarbeit – Partnerarbeit – Wochenplanarbeit – Stillarbeit – Kleingruppenarbeit – im Förderunterricht – in der SFK – im Vertretungsunterricht usw. beschäftigen sich Schüler ausschließlich mit ihrem eigenen Lerngegenstand, jeder von ihnen arbeitet hoch konzentriert an seinem Thema.

Wie kann das sein?two-2154544__340

Das Flüstern macht es möglich. Flüstern schafft eine Atmosphäre der Lernbereitschaft, es verwandelt die Kulisse jeder Klasse von `aufgebracht` in `soothing`, es formt aus dem Klassentratsch der Arena respektvolle Kommunikation.

Wie oft habe ich erlebt, dass Schüler sich durch den geringfügigsten Anlass („Kann ich mir die Nase draußen putzen?“) ermutigt fühlten, ihren zuvor in der großen Pause angesammelten Unmut über Schüler XY (natürlich handelt es sich hier um den Schüler mit dem Anliegen „Naseputzen“!) bei dieser Gelegenheit über genau diesen Schüler auszuschütten. „Unsinn, der will draußen nur nach Thomas Ausschau halten! Mit dem hat er sich nämlich vorhin ordentlich geprügelt! Ich wollte die auseinander halten, aber mich hat der ja auch gehauen!“ Und schon mischen sich drei, vier, fünf weitere „Zeugen“ ein… Vor der ganzen Klasse… auf der nun von ihm eröffneten Bühne… zu dem nun folgenden Schauspiel stimmen weitere erhitzte Gemüter (Vertretungsstunde!) ein in den Chor der – sagen wir – ewig Benachteiligten, und schon herrscht das blanke Chaos auf der Klassenbühne. Nun ja, wer das mag… Mary Poppins at school zieht Komödien vor, Erheiterndes und Vergnügliches.

Seit der MP2rulesUnterricht die Runde macht, komme ich in den Klassenraum, beginne mit einer freundlichen Begrüßung, schaue in die Runde, und nachdem ich mir einen Überblick verschafft habe über die Namen aller anwesenden Schüler (notfalls per Sitzplan), geht es los mit einer Lobrunde. Alle Schüler reagieren nun mit wacher Aufmerksamkeit…
Nachfolgend besprechen wir den Inhalt der folgenden Stunde und klären eventuelle Fragen. Danach lasse ich, liebevoll den Schülern zugewandt, – jetzt sind alle eingestimmt auf die Entspanntheit und Gelassenheit von Mary poppins at school – beide 2rules wiederholen. Kurz und knapp, doch ich lasse sie immer wieder wiederholen. Dies klappt genauso gut, nachdem wir ein wildes, ungezügeltes (Lern-)Spiel spielten oder fröhlich bei einem Tanzspiel die abenteuerlichsten Bewegungsformen ausprobierten, um danach z.B. zu einer Arbeitsphase der Verschriftlichung überzugehen. Nach dieser Vorbereitung gehe ich unmittelbar zum Flüsterton über mit den Schülern. Alle schließen sich dem an, noch ein oder zwei Mal braucht es kurz eine persönliche Ansprache.

Was ich dann erlebe mit den Schülern, ist inzwischen der Himmel auf Erden. Keine Ablenkung, kein sich Einmischen in die Anliegen anderer, kein Petzen, kein Bloßstellen anderer oder Bloßgestellt werden. Kein Vertuschen, kein sich Rechtfertigen – “dooch, ich kann das doch! Hmm, keine Ahnung, warum es ausgerechnet jetzt nicht klappt, gestern war ich noch ganz sicher beim Rechnen – ich kann das!”
Nun gelingt es Schülern, sich vollkommen auf ihren Lerngegenstand einzulassen, zu ihrem eigenen Lerntempo an diesem Morgen, in ihren ganz eigenen Rhythmus zu finden. Sie beginnen, sich einzuschwingen auf das Förderliche, welches das Flüstern mit sich bringt.

Fehler machen – keiner merkt es, keinen stört es.

Leise reden – soviel und was sie wollen.

Nachfragen – keinen interessiert es groß, ob dieselbe Frage schon 10x gestellt wurde.

. . .   –  . . .
Selbst im Förderunterricht auf dem Flur, wo ich hin und wieder mit zwei Kindern arbeite, gelten dieselben Regeln wie im Klassenunterricht für die Kinder. Ich habe seitdem festgestellt, dass jegliche Ablenkung verschwunden ist. Es war von großem Nachteil, insbesondere für die lernschwachen Kinder, sich ablenken zu lassen von ihrer Schreib- oder Leseübung, nachdem sie erst nach viel Mühe hineingefunden hatten, um was es eigentlich geht. Ablenkung wie z.B. durch lautes Sprechen ließ sie jedes Mal Minuten darauf verwenden, den Anschluss an die Arbeit wiederzufinden, was das Arbeiten mit ihnen mühsamer machte als notwendig. Mit Flüstern ist das alles kein Problem!
Sie alle lernen nun insgesamt leichter, fließender und freudiger!

Ich bin unglaublich froh, zum Flüstern gefunden zu haben und es verbindlich in meine Unterrichtspraxis einzusetzen. Was für ein Segen das Flüstern bedeutet! Auch in den großen Klassen mit 23 Schülern oder mehr gibt es genug lernschwache Kinder, denen eine solche Arbeitsweise überaus entgegenkommt, da die Ablenkung durch lautes Reden um ein Vielfaches erhöht ist. Man denke nur an die zahlreichen Schüler in einem Klasssenraum, die auch noch in der Stillarbeitsphase zu Wort kommen und dadurch andere permanent aus ihrer ( kaum ausgebildeten ) Konzentration herausreißen; da schenkt eine MaryPoppins2rulesStunde so manchem Schüler erfrischende Momente von Achtsamkeit, Besinnung und Konzentration auf das Wesentliche: Freude am Lernen und damit dem Erzielen von Erfolgen, im Kleinen wie im Großen.

Flüstern erhöht die Selbstverantwortung

Im Klassenzimmer laufen zur gleichen Zeit so viele Vorgänge ab, dass Mary Poppins at school “mehrere Augen”, also “Augen im Hinterkopf” braucht, um alles Wichtige zu registrieren und gleichzeitig darauf reagieren zu können. Beherrscht ein Lehrer diese Technik des Allgegenwärtigseins und des Vieles-zur-gleichen-Zeit-tun-Könnens nicht, so kommt es häufig zu Störungen des Unterrichts. Der von allen Schülern akzeptierte Flüsterton („Wofür ist das Flüstern so wichtig?“ – „Damit wir konzentriert arbeiten können und andere nicht stören.“) führte sehr schnell dazu, dass ich die Verantwortung für viele Dinge, die sich im Klassenzimmer gleichzeitig hinter meinem Rücken abspielten, komplett abgab.
Jeder Schüler bekommt durch das Arbeiten mit den MP2rules automatisch die Verantwortung für sein Tun in die Hände gelegt. Die Zufriedenheit der Schüler in den Stillarbeitsphasen nimmt nun auch deshalb merklich zu, weil der MaryPoppins2rulesUnterricht hier mit einem kleinen Trick arbeitet. Er delegiert die Verantwortung für das Schülerverhalten dorthin, wo sie hingehört-  zum einzelnen Schüler. Flächendeckend. Schüler bemerken nun, durch die klare Struktur von nur zwei Regeln, gehört zu deren Umsetzung dazu, dass jeder einzelne von ihnen sich verantwortlich dafür zeigt, diese einzuhalten, so dass die ganze Klasse von ihnen profitiert. Schüler mögen es, Verantwortung übertragen zu bekommen, erst recht, wenn zunächst auf überschaubaren Gebiet. Klappt die Einhaltung der Regeln dann bei so vielen, wie ich es nun erlebe, kann sich die gesamte Klasse auf die Schulter klopfen – und es kommt (auf Wunsch der Schüler) nach einer Vertretungsstunde zu Einträgen im Klassenbuch wie “Die Klasse hat leise und mit guten Ergebnissen gearbeitet!” oder “Alle haben konzentriert und erfolgreich an ihren Aufgaben gearbeitet!”. Die Schüler an unserer Schule mögen das so gern, weil ihnen daran gelegen ist, dass der Schulleiter eine gute Meinung von ihnen hat – er sieht am Ende der Woche immer alle Klassenbücher durch.

Auch Kollege in Sprachförderklasse ist zufriedener

Bei meinem Kollegen Garrett, der die SFK leitet, beobachte ich, dass auch er zufriedener und entspannter ist, seitdem er einmal am Tag „Eine Minute Stille“ einlegt. Er erklärt den Kindern, dass dieser Moment Stille in jedem Maß förderlich ist für uns Menschen, da wir einmal die Augen schließen (je nach Belieben) und uns nur dem Lauschen hingeben können. Er fügt auch gern hinzu, dass unsere Gesundheit dadurch Kräftigung erfährt; ich mag diese Stille-Phase mit den Kindern sehr. Wir erfahren hier alle Ruhe und Konzentration und die Kinder lassen sich erstaunlich offen auf diese neue Erfahrung ein. Garrett begibt sich ebenso in die Stille und die Kinder werden fast schon zu „Stille-Profis“. Alle erleben dies offensichtlich als angenehm, einen Moment der Besinnung zu erleben, des Loslassens, des Genießens.

Alle Schüler strahlen anschließend in die Runde und sie wirken wie ausgeruht und erfrischt.

*

Läuft man am Vormittag auf den Fluren unserer Schule an den einzelnen Klassenräumen  vorbei, ist zu hören, welcher Lärm hinter den Türen die Kinder während des Vormittages umgibt. Oft wird der hohe Lärmpegel während der Grundschulzeit von den Kindern nicht mehr wahrgenommen, sondern für eine Art Hintergrundrauschen gehalten. Dies zeugt lediglich davon, welch großes Maß an Gewöhnung Einzug gehalten hat, doch sprechen Kinder auffallend beglückt auf „lärmmindernde Programme“ an. Ich habe noch nie ein Kind erlebt, das sich über „zu viel Stille“ beklagt hat – und was mir gut tut als Lehrerin, gebe ich nur zu gerne an meine Schüler weiter!

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Neulich las ich über ein Spiel, welches das Flüstern mit den Schülern auf spielerische Weise einübt – mit erstaunlichen „Langzeitfolgen“. „Die Lehrer der Antoniusschule in Georgsmarienhütte haben einen Dreh gefunden, dass in ihren Grundschulklassen bei der Stillarbeit wirklich Stille herrscht. Ein Wunder? Nein, ein Spiel – das so genannte KlasseKinderSpiel. Gefunden hat es Clemens Hillenbrand, Pädagogikprofessor an der Universität Köln, in Amerika. Dort heißt es Good Behaviour Game und wird seit 30 Jahren mit Erfolg an Grundschulen eingesetzt. Die Körber-Stiftung hat Hillenbrand für seine Übertragung des Spiels in die deutsche Schulwirklichkeit mit dem Projektpreis ihres Transatlantischen Ideenwettbewerbs USable ausgezeichnet.“ ZEIT ONLINE „Wer flüstert, der siegt“  http://www.zeit.de/2006/45/C-Stillarbeit

Das Flüstern der Engel

 

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Weiterhin ist zu lesen, dass sich nicht nur 25 Prozent mehr Zeit für den Unterricht gewinnen lässt und das Klassenklima verbessert wird, sondern dass auch Verhalten eingeübt wird, das auch in den späteren Klassen beibehalten wird. Mir gefällt der Aspekt, dass so viel Zeit mehr für den Unterricht gewonnen wird, wo in anderen Klassenzimmern Diskutierwütige, Selbstdarsteller usf. in den Vordergrund rücken, dass Unterricht grundsätzlich verlangsamt wird bzw. gar nicht erst stattfinden kann – weil die ersten 10 Minuten der Unterrichtsstunden so oft ihre Bühne sind. Es heißt auch zu dem Spiel „(…) hat festgestellt, dass die Klassen, in denen sie das Spiel gespielt hat, deutlich kooperativer geworden sind. Vor allem brauche sie nicht mehr »jedes Vergehen ausführlich zu kommentieren«.“ Wie wunderbar! Genau diese Veränderung habe ich auch bei meinen Schülern bemerkt, die lt. Zeitungsbericht sogar hierzu führte:

„Die Nachhaltigkeit des früh gelernten Verhaltens hat eine Studie in Baltimor dokumentiert, an der 800 Erstklässler öffentlicher Schulen teilnahmen. Sechs Jahre später war das Verhalten der Kinder, die zwei Jahre lang das Spiel gespielt hatten, immer noch weniger aggressiv als das von Kindern einer Kontrollgruppe. Zudem stellten die Forscher einen erstaunlichen Nebeneffekt fest: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kindern zu Rauchern werden, sank um 50 Prozent. Das Spiel soll sogar helfen, späterer Kriminalität und Drogenmissbrauch vorzubeugen.“ All diesen Annahmen kann man skeptisch gegenüber stehen, nur, wer einmal mit der Arbeit im Flüsterton begonnen hat – warum nicht? Keine Aggressivität mehr im Raum, lauter rundum zufriedene Schüler… Selbst in Klasse 6 – also Schüler mit 14 Jahren – (hier in Berlin geht die Grundschule bis zur 6. Klasse und so mancher Schüler ist überaltert, wenn er mehrere Runden in der einen oder anderen Klasse gedreht hat) machen alle mit, das gilt nicht nur für die Kleinen.  Zudem können bei allen relativ flott erste Erfolgsergebnisse verbucht werden, da nun auch die Stillen unter ihnen gleichsam wahrgenommen werden wie die, die immer im Vordergrund tanzen (Lobrunde!).

Mit dem MaryPoppins2rulesUnterricht wandelt sich die Atmosphäre im Klassenraum komplett… hin zu mehr Transparenz, mehr Besonnenheit und Muße unter den Kindern.

Und wenn der MaryPoppins2rulesUnterricht nun auch noch die Chancengleichheit der Schüler erhöht, wie ich neulich feststellte – wunderbar!

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