Download (1)Kürzlich erfuhr ich in der Musikstunde von einem Instrument, welches – laut dem vorführenden Schüler – auf ziemlich ungewöhnliche Weise gespielt wird. 
Es handelte sich um die allseits bekannten Bongos (paarweise verwendete kleine Trommeln, die aus Kuba stammen), die uns auf neuartige Weise pantomimisch vorgestellt wurden, so dass Mary Poppins at school dachte: “Oh wow, cool!”

Wir spielten “Instrumentequiz”, ein Spiel, welches sich Mary Poppins at school im Handumdrehen überlegt hatte, nachdem drei Referatsschüler ihr Referat – nach einer Woche Pfingstferien – leider zuhause vergessen hatten. Ich machte kein großes Theater daraus, denn ich dachte so bei mir… Was ist dir wichtiger, das Schimpfen mit den Schülern oder deine gute Laune? Download (1)
Sofort entschied ich mich für Letzteres und wir gingen zu zwei Musikspielen über, die wir vergnügt miteinander spielten. (Ich wollte zunächst eine Wiederholung in Sachen Notenkunde vornehmen, und die Schüler den Violinschlüssel malen lassen auf einem AB mit vorgegebenen Notenlinien, doch die Kinder hatten an diesem Tag ihre Radfahrprüfung absolviert und kamen so ohne Federtasche zur Schule, was diesen Plan scheitern ließ.)
Das zweite Musikspiel war also – flugs ausgedacht –  “Instrumentequiz”, bei dem ein Schüler vor der Klasse pantomimisch ein Instrument vorspielt und die Mitschüler den Namen des Instruments hereinrufen.  Download (1) Wir spielten Fensterseite gegen Türseite, d.h. die Gruppe, die das richtige Instrument rief, bekam einen Punkt. Oft spielen wir auf diese Weise ca. 10 Runden, und wer die meisten Punkte hat, hat gewonnen…

Das Spiel nahm ordentlich an Fahrt auf, es gefiel also den Kindern. Wir erlebten Cello … – E-Bass … – Posaune und einige mehr.
Nun kam Nick an die Reihe, und er positionieret sich vor der Klasse. Zuvor hatte er mir noch den Namen seines Instruments ins Ohr geflüstert, das erleichterte meine Spielführung ganz enorm.

Nick stellte sich auf…. und jammte auf seinen imaginären Bongos vor sich hin. Es sah schon grotesk aus, wie er die Bongos plötzlich auf Über-Brust-Höhe spielte, doch es schien ihm zu gefallen, Das war schon einmal prima. Die Kinder amüsierte es und das Erraten machte ihnen Spaß. Irgendwann hörten wir tatsächlich “Bongos!”  und – war es die Türseite, war es die Fensterseite? Mary Popppins at school nahm davon keine Kenntnis, so sehr bewunderte sie die außergewöhnliche Spielweise von Nick auf seinen Bongos-über-Brust-Höhe…! – den Zuschlag bekam die Türseite. Nun wollte ich den Namen dieses Instruments von Nick selber noch einmal hören, doch vor allem –  woher hatte er diese außergewöhnliche Spielweise??
Nick antwortete aufgeregt: “Ja, ja! Sie werden so gespielt, das habe ich gesehen, hier, so, an der Brust!” Dabei zeigte er noch einmal auf die Stelle unterhalb des Halses, dahin, wo er beide Bongos hingehängt hatte, um sie uns vorzuspielen.  “Aha?!” Mary Poppins at school reagierte etwas ungläubig. Nick wirkte durchaus überzeugend, und da sie oft neugierig ist, wenn Kinder ihr etwas Neues zeigen, geht sie den Dingen gern dabei auf den Grund.
“Ja, die hängen dann so an der Brust, man kann sie sich umhängen! Ich habe das gesehen!”  kam es energisch ein letztes Mal von Nick.
Download (1)
Und schon war die Stunde um, damit verabschiedeten wir uns voneinander. Es war beeindruckend, wie Nick uns von der An-die-Brust-zu-hängenden Bongos erzählt hatte. Vor allem sah es urkomisch aus, wie er sie spielte, und als Aurelie kurze Zeit später zu mir kam und meinte: ” Mary Poppins at school ich mag deine Musikstunden so sehr!” wurde mir ganz warm ums Herz. Ich lachte und bedankte mich bei ihr; gemeinsam erinnerten wir uns nun noch einmal an den komischen Nick, wie er vor der Klasse stand und alle zum Lachen brachte, denn es war ihm sehr, sehr ernst mit den Bongos, die man sich umhängt und “vor der Brust” spielt.

Kinder, ihr seid göttlich!

8420553902_67b36c8c4a_n.jpg