Mary Poppins at school feierte mit ihrer Klasse und weiteren sechs Klassen zusammen Fasching! Es wurde eine hippe Veranstaltung!

…In all dem Gewühl fand sie auch noch einen Bruder!!!

… Neiin, Schwester Weintraube hatte sich verabredet – mit ihrem Bruder, genau genommen mit “Bruder Weintraube” (wie eine Schülerin von ihr so treffend meinte) !
Doch, nun der Reihe nach, so fing alles an…


Bruder Weintraube, auch als “Max” bekannt, ist ebenfalls Lehrer an der Staatlichen Europaschule Berlin (SESB), er ist Klassenlehrer zwei Etagen über ihr.
Wenige Tage vor Fasching überlegte Mary Poppins at school, für welches Kostüm sie sich dieses Jahr entscheiden solle und sie wählte die “Rote Weintraube”.

                                                                       

So, nun konnte es losgehen!
Mary Poppins erlebte die Faschingsfeier mit ca. 150 fantasievoll kostümierten, feierfreudigen Kindern am Dienstag, also einen Tag nach Rosenmontag, doch war ihre Klasse bereits am Montag bestens eingestimmt auf das, was sie Dienstag erwarten sollte…
Maitea wartete am Montag im Erzählkreis mit einer riesigen Tüte Süßigkeiten auf ihre Mitschüler. “Nach dem Karneval ist vor dem Karneval”, dachte sich Mary Poppins at school und begann mit den Kleinen, all die Tüten auszuzählen, damit jeder in der Runde dieselbe Anzahl Tüten bekam, schließlich waren sie heiß begehrt. Maitea kam von einer Faschingsfeier in Köln und hatte – wie es aussah – alles an Süßigkeiten aufgesammelt, was von den Umzugswagen heruntergeworfen worden war… und was sie aufsammeln konnte, um sie nach deren Reise nach Berlin unter ihren Mitschülern zu verteilen.
Die gutherzige, rührende Maitea liebt ihre Klasse, das war zu spüren. Sie legt immer öfter eine fürsorgliche Art an den Tag und lässt uns auf diese Weise wissen, wieviel wir ihr bedeuten.

                                                                                      

Auf diese Weise eingestimmt in unsere Faschingsfeier am nächsten Tag, ging es nun los. Ich hatte für meinen Kollegen Max und mich das nötige Material besorgt, um am Faschingsdienstag als Bruder und Schwester Weintraube auf der Bildfläche zu erscheinen. Lustig war übrigens, wie er reagierte, als ich ihm ein Foto von meiner Kostümidee zeigte, welches ich bei Pinterest (ein soziales Netzwerk, in dem man Bilderkollektionen an virtuelle Pinwände heften kann) gefunden hatte. Eine Woche zuvor hatten wir nämlich beschlossen, uns als Themenpärchen in das Faschingstreiben der Kinder zu werfen, wir hatten nur noch keine passende Idee.
Tags darauf googelte ich mein Kostüm – die Weintraube sah einfach zu drollig aus.

Als ich mit meinem Handy neben ihm stand und ihm mein Kostüm zeigte, hatte ich vergessen, dass wir ja ein Pärchen (wie Hänsel und Gretel oder irgend so etwas) abgeben wollten. Ich war froh, ein so spaßiges Kostüm gefunden zu haben und dachte nicht mehr an Max an meiner Seite… kostümiert. Doch Max warf einen Blick auf die Rote Weintraube und rief spontan “Dann komm ich als Grüne Weintraube!”

Wir waren derart vergnügter Stimmung, dass am Dienstagmorgen doch noch alles gelang, obwohl es zunächst gar nicht so ausgesehen hatte!
Wir verabredeten uns in meinem Klassenraum, um unsere Kostüme herzustellen. Die Ballons, 25 Stück, hatte ich am Tag zuvor von den Kindern aufblasen lassen und ich hatte sie im Klassenzimmer in die Regale gesteckt, damit sie nicht davonflogen ;-), doch wollte das nicht so recht klappen… Max kam später als verabredet (immerhin schickte er eine SMS, um mich zu informieren) und so begann ich allein, die Luftballons an einem alten Kittel zu befestigen.

Huch! Was war das??? Um Gottes Willen!  PLOPP!!!  – PLOPP!!! –  PLOPP!!! –  PLOPP!!! –  PLOPP!!!

Genau fünf Mal verabschiedeten sich die ersten fünf Ballons, die ich in die Hand nahm! Es machte einfach PLOPP!!! und kaputt waren sie. Ich war enttäuscht.

Wo war Max? Wir wollten das doch zusammen…
Entmutigt ließ ich alles stehen und liegen, bevor die Ballons schon beim Ansehen – — PLOPP!!! machten, ich ließ sofort alles stehen und liegen. Waren die schon so alt, die Dinger? Aus Lagerbeständen, alt? Uralt??
Ich wollte nicht mehr –  kein Kostüm, keine Ballons, kein Fasching – – – –  Max, bitte öffne bald die Tür und…!

Ich beschloss, auf ihn zu warten, ohne ihn kam ich mir jetzt einfach hilflos vor.
Kaputte Luftballons,
knappes Zeitbudget,
ich sah mein schönes Faschingskostüm schon dahin schwinden
und fand mich damit ab, dann eben im Alltagsdress kostümiert zu sein…

Da spazierte Max in den Raum. “Hhm, das war ein Mist heute morgen, ich hatte hier …  etwas zu tun und dann noch hier… es tut mir leid!”
Sofort machten wir uns an die Arbeit. Was sich nun abspielte, war wie Magie… Max heftete alle 20 Luftballons an meinen Kittel, ohne dass auch nur einer von ihnen zersprang. Es war phantastisch!
Max war voller Zuversicht, er ließ sich von meinem Bericht über platzende Ballons einfach nicht beeindrucken. Max, du bist super! Du hast mein Faschingskostüm gerettet und dafür danke ich dir! Plötzlich ging alles ganz leicht. Wir hatten später so einen vergnüglichen Tag in unserem närrischen Gewand, denn uns wurden jede Menge Komplimente gemacht!
Naja, kein Wunder! Wir hatten die Deko ja auch noch mitgebracht! Ein Hingucker mitsamt Gute-Laune-Kostüm war es also in jeder Hinsicht!