Diesmal schlüpft Mary Popppins at school in ihrer Klasse in die Rolle der Abschieds-Fee. Es handelt sich um die Verabschiedung einer Kollegin, die ihre Arbeit mit den Schülern umfassend unterstützte.

In der Rolle der Abschieds-Fee fühlt sich alles ganz leicht an für Mary Poppins at school, leicht und sicher und wer sich leicht und sicher fühlt… der kann sich bei allem Abschied offenherzig lösen, wenn es an der Zeit ist.

Sicher? Wie kann sie so sicher gehen, mit den Kindern eine bezaubernde Abschiedsparty vorzubereiten? Woher nimmt sie diese Sicherheit, eine wunderschöne Party vorzubereiten, deren Anlass (“Abschied”) den Menschen oft genug Trübsinn und Schwermut, Melancholie und Schmerz bereitet?

Wie gelingt es ihr, eine liebe- und gefühlvolle, von Herzen kommende Abschiedsparty vorzubereiten? Und diese auch noch voller Begeisterung mit den Schülern einzustudieren?
Wenn wir Abschied mit so unerfreulichen Aspekten verbinden wie mit Wehmut und Sorge? Sorge um die nahende Zukunft (“Wie soll es ohne …. bloss weitergehen?”), Sorge um ein angemessenes Verhalten demjenigen gegenüber, der verabschiedet wird (“Darf bei einem Abschied überhaupt gelacht werden?” “Darf ich fröhlich, ausgelassen und beschwingt mit den anderen zusammen diesen Abschied feiern? Ist das erlaubt?”), Sorge um ein angemessenes Sich verabschieden (“Was sagen die anderen, während ich singe, tanze und lache während dieses Abschiedes?”)
Wie gelingt es ihr, ein so vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen, bei dem die Kinder mit viel Fantasie und Begeisterung die von ihr zusammengestellten Lieder und Tänze einüben? Wie kann das gelingen?

Mary Poppins at school pflegt ihr Wertschätzungstraining und ihre Übungen für mehr Glücksgefühle Tag für Tag durchzuführen. Ihren Fokus auf das Positive, das Schöne, Freudvolle und Lustige in ihrem Leben zu richten, wurde ihr zur zweiten Natur. Es braucht Übung und Konzentration hierfür, jedoch beobachtete sie dankenswerterweise, wie sich der Mangel in ihrem Leben immer mehr verflüchtigte. “Das Leben ist schwer” ließ sich nicht von heute auf morgen abstreifen und sie ließ dieses Mangelbewusstsein immer mehr hinter sich.

Warum sollte sie Abschiedsfeste gestalten und dem Mangel dabei Tribut zollen?  Warum Abschiedsfeste gestalten und sich dabei von Mangel (“Ich werde nie wieder so schöne Unterrichtsstunden erleben, wie mit meiner Kollegin zusammen, nie wieder!” “Was für ein Jammer, dass sie geht, gerade jetzt, wo wir uns soo gut verstehen!”) leiten lassen?
Warum…?

Jedes Mal, wenn wir negative Emotionen empfinden,  weichen wir von dem ab, was unser inneres Wesen ist. Wenn wir Gedanken des Mangels denken, kann unser Inneres nicht mitschwingen. Infolgedessen fühlen wir uns leer oder unsicher oder eben traurig. Negative Emotionen sind ein Signal oder eine Mitteilung von unserem inneren Wesen. Negative Emotionen fühlen wir, wenn wir einen Gedanken denken, mit dem unser inneres Wesen nicht harmonieren kann. So wie Öl und Wasser sich nicht vermischen, kann unser inneres Wesen an seinem positiven Ort und wir selber an unserem negativen Ort nicht zusammenkommen.

Von Anbeginn akzeptierte Mary Poppins at school den Weggang ihrer Kollegin, sie hat ihrem Fortgang keinerlei Widerstand entgegengebracht.
Sie stellte sich vor, wie es ist, in Rente zu gehen… Was für ein aufregender neuer Lebensabschnitt nun beginnen kann! Sie spürte sogar für kurze Zeit Aufregung, als ob sie selber betroffen wäre und setzte zu einer ersten Reise an.

Und dann vertraut Mary Poppins at school auch darauf, dass sich ihr Lebensweg immer angenehmer, immer schöner entfalten wird – je besser es wird, desto besser wird es. Neue Kollegen… neue Kontakte… da kann so viel neuer Schwung aufkommen!

Nun ist sie mitten in den Vorbereitungen ganz überrascht, wie leichtfüssig und stimmungsvoll sich eine gelungene Abschiedsparty für ihre liebenswerte Kollegin auf die Beine stellen lässt!

Obwohl die Sache mit der Verabschiedung schon vor Monaten bekannt wurde, geht es erst seit einer Woche (da bekam sie eine Email von einer Mama aus ihrer Klasse) für Mary Poppins at school nun um eine Abschiedsparty. (Diese Mama greift ihr unter die Arme bei der Bereitstellung eines Buffets am Tag der Verabschiedung.)
In der Email war tatsächlich von Abschiedsparty die Rede! Bislang war immer von einer “Verabschiedung` die Rede und obwohl man in der Elternschaft von Trauer oder auch Mitleid hörte, vernahm ich plötzlich das Wort Abschiedsparty.

Das hat mich sehr beeindruckt. Es scheint, als ob sich auch andere von den angenehmen High vibes, die sich immer mehr im Klassenraum ausbreiten, erfassen lassen. Ich bewege mich – total erfreut über diese fantastische Bezeichnung für unser Vorhaben – mit erheblichen Optimismus und Frohsinn durch die Proben für diese Abschiedsparty, denn das ist mir Mariquita wert! Sie war eine unendlich wertvolle Kollegin für mich, und so gebührt ihr eine Abschiedsparty voller Lob, Genuss, Spiel und Spass!

Ja, bald ist es soweit… unsere geliebte und hoch verehrte Erzieherin Mariquita verlässt uns.
Gleich vorneweg… mit Mariquita habe ich öfter ein BOPA gemacht (`Book of positive aspects`), ich schrieb alles Positive an Mariquita auf.
Sie war für mich von Anfang an die wichtigste Person an meinem Arbeitsplatz.

Wenn ich ein BOPA mache, bedeutet das, all das zu finden, was mir gefällt an einer Person, was mich begeistert und erfreut an ihr. Ein BOPA können Sie auch über Dinge machen – wie den neuen Computer, den Sie sich gegönnt haben, über die letzte Urlaubsreise oder ein freundliches Gespräch, das Sie neulich mit jemand hatten. Ein BOPA lässt sich auch auf einem Spaziergang im Wald machen und sie begleiten mich häufig auch bei meinen Jogging-Runden. Hier füge ich mal eines der BOPA`s über Mariquita ein.

– BOPA über Mariquita –

Mariquita ist die Beste. Ich bin so glücklich. Ich bin glücklich, dass ich sie habe. Mariquita bedeutet mir Sicherheit, Glück, Zufriedenheit, Frohsinn, Unterstützung, Frieden. Mariquita ist prima. Sie ist einfach klasse. Ein Goldschatz. Sie ist mir unendlich viel wert an dieser Schule. Mir ist die beste Erzieherin zugeordnet worden. Die Beste. Die wirklich Beste. Mariquita ist für mich an der Schule die allerbeste Erzieherin, und gerade sie ist mir zugeordnet worden!!! Ich bin so glücklich darüber. Sooo glücklich. So froh. So zufrieden. Ich bin unendlich zufrieden. Mariquita unterstützt mich überüberall, immerimmerimmer. Sie ist wie ein Sechser im Lotto für mich, ein Lottogewinn. Mariquita fühlt sich an wie eine Versicherung für mich, was eine unglaublich schöne Sache ist. Mariquita ist wie eine eingegangene Versicherung an der Schule für mich. Es fühlt sich sicher, zuverlässig und verlässlich an mit ihr. Sie bedeutet das Beste, was mir an dieser Schule passieren konnte; sie ist das und die Beste. Sie ist stark, stark, stark, engagiert, engagiert, engagiert. Sie ist so prima. Wow. Was bin ich glücklich, mit ihr zusammen arbeiten zu können! Was bin ich erleichtert. Zufrieden, froh und erleichtert. Zufrieden, erleichtert und froh. Froh, froh, froh, erleichtert und zufrieden. Ich bin so glücklich mit ihr. Glücklich, glücklich, glücklich. ICH BIN.

BOPA Ende –

Seit Wochen bereiten wir ihre Abschiedsparty vor, seit Wochen sind wir im Abschiedsfieber.
Mariquita, dieses unbeschreiblich wohlmeinende und liebevolle Wesen, wird uns verlassen, denn ihre Rentenzeit bricht an.

Mariquita war eine fantastische Helferin, wir waren von der ersten Stunde an vertraut miteinander. Sie kam wöchentlich sieben Stunden am Vormittag in den Unterricht, nahm mir einzelne Schüler zur Förderung oder kleine Teilungsgruppen ab und arbeitete mit den Schülern meiner Klasse in ihrem Hortraum. Sie tat das mit großer Aufmerksamkeit. Ihr war an der guten Entwicklung und Förderung der Kinder sehr gelegen, das war zu spüren. Mariquita hatte (aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit als Erzieherin) viel, viel Erfahrung mit den Kindern und am Nachmittag war sie oft der ruhende Pol bei dem quirligen Treiben im Hortraum. Das Besondere an Mariquita war, dass sie neben so viel Loyalität auch noch herausragendes Talent auf dem Gebiet der Handwerkskunst besaß. Hier zeigte sie unermüdlichen Einsatz… Ob an der Nähmaschine… der Heissklebepistole… oder an anderen Gerätschaften, Mariquita besaß die Fähigkeit, die Energie der Kinderhände in erstaunliche Formen, Muster und Farben hinein zu lenken. All die vielen Schülerarbeiten, die mit ihrer Hilfe entstanden, wirkten oft anmutig und fein, Mariquita war so begabt darin, die Kinder zu Feinsinn und Sensibilität im Künstlerischen zu leiten! Sie war voller Ausdauer, Energie und Einsatzbereitschaft, das bewunderte ich sehr an ihr!

Während des Unterrichts hatte sie stets meine Ideen aufgegriffen und sie unterstützt.
Sie und ich – wir waren von Anbeginn an ein wundersames Team.

Es gab keinerlei Verständigungsschwierigkeiten. Keine Fragen, keine Unstimmigkeiten, nur Harmonie und Entwicklung, großartige Entwicklung.
Es war eine große Freude für mich, mit ihr als ein solcher Routinier arbeiten zu können! Wie erfüllend Arbeit sein kann, wenn sich herausstellt, dass man selbstredend dieselbe Arbeitsweise hat!
Mariquita nickte so oft, wenn ich den Schülern etwas erklärte, und sie schien definitiv damit zu erklären, dass sie mit all meinen Ansichten und Vorgehensweisen einverstanden war. Sie schien ganz, ganz oft im Flow. So kam es mir vor.
Wenn sich mein Flow und ihr Flow miteinander verbanden, gab uns das Flügel. Ihre häufige Zustimmung (ohne dass sie sich anpasste an meine Haltung, sie hatte durchaus ihre ganz eigene Haltung den Dingen gegenüber) zu meinem Unterrichtsstil habe ich sehr geschätzt in der Zusammenarbeit mit ihr.

Nach und nach entwickelten wir uns zum Dreamteam. Bereits nach dem ersten gemeinsamen Ausflug (dieser ist häufig so etwas wie eine Nagelprobe für uns Lehrer) stand fest… gerne wieder! Unsere Absprachen funktionierten und Mariquita wurde schnell zu der zuverlässigsten Person, die ich in den letzten Jahren im beruflichen Kontext kennengelernt habe.

Sie zeigte sich auch als kluge, friedfertige und warmherzige Kollegin, mit der es unendlich Spass machte, zusammen zu arbeiten. Eine derart reibungslose Zusammenarbeit wie mit ihr hatte ich bislang noch nicht kennen gelernt! Wir gingen feinfühlig miteinander um, waren flexibel und großzügig in unseren Entscheidungen und nahmen Vieles mit Humor, mit sehr, sehr viel Humor.

Ich erinnere mich noch gut an unseren ersten Elternabend; ohne Mariquita wäre ich vermutlich verloren gewesen. Ich war neu an der Schule und hatte seit vielen, vielen Jahren kein Ordinariat mehr geführt. Es saßen mir ziemlich orientierungslose Eltern gegenüber. Sie hatten keine Vorstellung davon, wie das Konzept JÜL / Jahrgangsübergreifendes Lernen arbeitet, wie es Anwendung finden sollte an unserer Schule und schon gar nicht darüber, ob die Methode mit ihrem Kind harmonieren würde. Wo wäre ich gelandet, wenn Mariquita nicht äußerst souverän alle Anfragen der Eltern (die ich als Europaschule-Youngster gar nicht beantworten konnte) aufgefangen und ihnen sachgerecht Auskunft gegeben hätte?

Es war wie ein Wunder! Mariquita wurde alsbald zu einer großartigen Kollegin für mich an dieser gigantischen Schule, die von ca. 800 Schülern besucht wird. Unser Kollegium besteht aus etwa 100 Lehrern und Erziehern – hier war langer Atem gefragt, bis man eingearbeitet war und Mariquita erklärte mir unermüdlich Wissenswertes, um die Kinder angemessen durch den Schulalltag zu lotsen.

Mir fiel bald auf, dass unser gemeinsames Wirken („Co-Kreation“ vom Feinsten) äußerst rasch den Kindern half, ihre Lernziele schnurstracks zu erreichen.

So wie sie geschickt zwischen Elterninteressen und Schülerbedürfnissen hin und her jonglierte, gelang es ihr auch, wenige Messages bereit zu halten, die uns allen am Herzen lagen. Frieden, Ausgleich, Kompetenz, das war ihre Botschaft, dafür stand Mariquita ein. Sie war immer bereit, bereit für das Wesentliche – die Freude, die Anerkennung, die Liebe. Immer. Mariquita war ein Schatz! Sie war ein Edelstein, hochkarätig, eine Schatztruhe!
Mariquita war die Superpower.
Sie war die Zuversicht und die Hoffnung, zusammen waren wir unschlagbar.

Ich mochte ihre Art unglaublich gern. Ich mochte gern, wie entschlossen und klar und energisch sie war.
Mariquita war so tatkräftig!
Sie war unglaublich tatkräftig.
Sie war eindeutig und zugewandt. Ich mochte das so gern an ihr!
Ich mochte sie einfach total gern.
Nie gab es Missverständnisse, nie ließ sie einen allein.
Nie. Kein einziges Mal.

Mariquita war eine top Erzieherin. Sie war richtig klasse.
„Was für ein Glück, sie als Erzieherin in meiner Klasse zu haben,“ dachte Mary Poppins at school immer wieder, „was für ein Glück!!“ „Was für ein Glück, was für eine Freude und Erleichterung!!“

Was für ein Glück. Mary Poppins at school freute sich von Tag zu Tag, immer wieder.

Blumen, marypoppinsatschool.de

Unsere Abschiedsparty für sie wird wunderschön. Mariquita kämpfte gegen den Gedanken an eine – offizielle – Verabschiedung. Sie wollte nicht verabschiedet werden, zuviel der Tränen und so…Doch konnte ich mir nicht vorstellen, sie einfach so ziehen zu lassen, einem Schatz wie ihr gebührt ein angemessener Abschied!

Also legten wir los (heimlich, sehr, sehr heimlich) mit unseren Vorbereitungen und ich traf mich mit meinen Elternvertretern, um Näheres zu besprechen und gemeinsam zu planen.

Seitdem proben wir für die Abschiedsparty von Mariquita. (Seit gestern läuft diese auch für sie offiziell, Mariquita musste mir schließlich einmal den Termin bestätigen und sie spürte von Anfang an, dass so ein Juwel wie sie nicht sang – und klanglos die Bühne des Lebens verlassen kann, schließlich war diese die meiste Zeit ihres Lebens ihr Arbeitsplatz ;-)!

Einmal erzählte sie mir mit leiser Stimme von der Adoption ihres Sohnes. Bescheiden wie es immer ihre Art war, schilderte sie mir mit knappen Worten den schwierigen Verlauf der Adoption.
Mary Poppins at school war sprachlos. Seit diesem Tag bewunderte sie auch noch die Fähigkeit ihrer Kollegin, das Leid von Kindern auf dieser Erde gelindert zu haben, indem sie ein unschuldiges Menschenkind in jungen Jahren in ziemlich vernachlässigten Zustand in ihre Obhut nahm. Sie sorgte mit großer Selbstverständlichkeit für die Minderung der Qualen, die dieses bereits als Kleinkind erlebt hatte und wischte den Einwand, ob dies nicht zu so manchen Belastungen in ihrem Leben geführt hätte, mit einer liebevollen Handbewegung fort… „Nein, nein!… Dafür erhielt ich so viel Liebe und Freude von ihm, das ist schon in Ordnung!“

…Mariquita!

Ich sagte zu ihr, dass sie diese Sache mit der Adoption in meinen Augen erst recht zu einem ganz besonderen Menschen macht.
Sie bekam meine ganze Anerkennung.
Was war das für eine Überraschung!
Auf bewegende Weise hatte sie mir geschildert, wie sie „ihren Sohn“ aus ganz und gar misslichen Umständen in einem Heim erlöst hatte und ihm ein neues Leben schenkte. Oh, wow!
Ich hatte Mariquita noch mehr in mein Herz geschlossen.

Übrigens war die Sache mit der Adoption ganz herrlich ausgegangen. Mariquitas Sohn ist zu einem äußerst talentierten Fotograf herangewachsen und es hieß, er hätte eine liebevolle Partnerin gefunden. Mariquita berichtete mir vor kurzem strahlend, dass ihr nun das erste Enkelkind geschenkt worden sei. Mariquita schien überglücklich.

Was für eine Freude!

Lehrerin, Kind, Schüler, marrypoppinsatschool.de